Auerbach wie es siegt und lacht

Maximilian Lux im Anflug auf Matyas Varga (links). Der Auerbacher Rechtsaußen überwand den Schlussmann der DJK Waldbüttelbrunn im Spitzenspiel der Handball-Bayernliga vor 850 Zuschauern siebenmal. Bilder: Ziegler (2)

Die Spieler tanzen durch die Halle, die Fans liegen sich in den Armen und der Waldbüttelbrunner Trainer gratuliert zur Meisterschaft. Doch auch nach dem 30:22-Erfolg im Spitzenspiel der Handball-Bayernliga bremst der Auerbacher Coach Tobias Wannenmacher die Euphorie.

Vor 850 Zuschauern in der Helmut-Ott-Halle baute Tabellenführer SV 08 Auerbach mit dem Sieg am Samstag seinen Vorsprung auf den hartnäckigsten Verfolger DJK Waldbüttelbrunn auf vier Zähler aus - und hat nun auch den besseren direkten Vergleich. Dabei überzeugten die Oberpfälzer nach einem 10:12-Pausenrückstand in der zweiten Hälfte vorallem durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit.

Spiel droht zu kippen

Zunächst waren die rund 100 mitgereisten Fans der Unterfranken feierfreudiger und lautstärker als das Heimpublikum. Dass sich daran nicht viel änderte, überraschte doch, denn Auerbach dominierte die ersten Minuten (4:1). Nach einer Auszeit der Gäste jedoch gelang den Blau-Weißen nicht mehr viel. Nervositätsfehler ließen den Gegner wieder aufkommen, der in der 19. Minute mit 6:5 vorne lag. Als Waldbüttelbrunn auf 11:8 davonzog, drohte das Spiel endgültig zu kippen. Doch die Gäste vergaben einige Möglichkeiten, ihren Vorsprung weiter auszubauen.

"Wir hatten uns vorgenommen, in der Abwehr aggressiver und vorne schneller und konzentrierter zu spielen", erklärte Tobias Wannenmacher nach dem Spiel. "Außerdem wollten wir mit mehr Emotion auch unser Publikum noch mehr einbinden." Auerbach spielte nach der Pause nun wie aus einem Guss. Aus einer kompakt stehenden Abwehr heraus ergaben sich immer wieder gute Möglichkeiten für schnelle Gegenstöße, Torhüter Philipp Walzik verhinderte ein ums andere Mal gute Möglichkeiten der Gäste und Felix Müller glänzte mit starken Eins-gegen-Eins-Aktionen und großartigen Treffern. Nach fünf Minuten war das Spiel bereits ausgeglichen (13:13), nach acht Minuten lag Auerbach in Front (15:14) und eine Minute und eine Gäste-Auszeit später leuchtete erstmals nach langer Zeit wieder ein Zwei-Tore-Vorsprung für die Wannenmacher-Sieben von der Anzeigentafel (16:14). Plötzlich war auch die Halle wieder in blau-weißer Hand und stand wie ein Mann hinter den Oberpfälzern.

Schnelle Gegenstoßtore

Waldbüttelbrunn war nun nicht mehr in der Lage, das hohe Tempo mitzugehen. Ein Offensivfehler nach dem anderen ermöglichte den Gastgebern schnelle Gegenstoßtore. Als Auerbach in der 51. Minute beim Stand von 23:17 mit einer Auszeit einen Zwei-Tore-Lauf der Gäste unterbrach, war das Spiel bereits entschieden. Die Oberpfälzer dominierten den Rest der Partie souverän. "Leider ist uns in der zweiten Hälfte etwas die Luft ausgegangen - und Auerbach hat dies eiskalt genutzt", sagte DJK-Trainer Karoly Kovacs nach dem Spiel. "Der Sieg ist absolut verdient und ich denke, dass man Auerbach auch zur Meisterschaft gratulieren kann." Dies wies Tobias Wannenmacher weit von sich. "Wir haben noch schwere Spiele vor uns, müssen noch gegen Coburg, in Sulzbach und vor allem in Bayreuth spielen. Es wäre viel zu verfrüht, jetzt schon von der Meisterschaft zu sprechen." Dennoch war er sehr zufrieden mit der Leistung und wollte keinen Spieler herausheben: "Es war ein Sieg der Mannschaft."

SV 08 Auerbach: Tor: Walzik, M. Müller. Feld: Tannenberger, Weiss, Lux (7/3), Wannenmacher (1), Schnödt (1), Herold, Schramm (7), F. Müller (7), Wolf (4), Schöttner (3), Schmidtke (n. e.).
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