Auerbacher Handballer mit viel Einsatz, Herz und Biss gegen HC Elbflorenz Dresden - Knappe ...
Ein Terrier am Hosenbein

Die Handballer des SV 08 Auerbach mussten sich am dritten Spieltag der 3. Liga nach einem aufopferungsvollen Kampf dem großen Favoriten HC Elbflorenz Dresden knapp mit 23:26 (11:13) geschlagen geben und belegen mit jetzt 2:4 Punkten Platz neun. Dabei hielten die Oberpfälzer die Partie nicht nur bis zur 58. Minute offen, sondern hatten zwischenzeitlich sogar die Möglichkeiten, das Ergebnis noch besser zu gestalten. Unter den etwa 400 Zuschauern in der Helmut-Ott-Halle waren auch einige vom Verein eingeladene Flüchtlinge aus Afghanistan.

Neben Matthias Schnödt fiel auch noch Ralph Weiss verletzungsbedingt aus. So mussten die Gastgeber mit lediglich zehn Feldspielern antreten, gegen ein Team, das als einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga gilt und auf allen Positionen gleichwertig stark doppelt besetzt ist. Doch was die Gäste an individueller Stärke und Bundesligaerfahrung aufboten, machten die Blau-Weißen durch Einsatz, Kampf und Herz wieder wett. Vor allem in der Defensive war das Team um Abwehrchef Tobias Wannenmacher sehr konzentriert und brachte die Gäste nicht immer wieder an den Rand des Zeitspiels und veranlasste sie zu Fehlern. Es entwickelte sich ein spannendes und hochklassiges Spiel, in dem der Favorit zwar meist mit ein, zwei Toren vorne lag, seine Klasse und Überlegenheit jedoch nicht wie erwartet entfalten konnte. Auerbach hing den Gästen wie ein Terrier am Hosenbein und ließ sie nicht zur Entfaltung kommen.

Das Publikum stand fast Kopf, als Andreas Wolf in der 22. Minute die erste (10:9), und fünf Minuten später per Kempa-Tor die zweite Führung (11:10) erzielte. Dass die Blau-Weißen dennoch mit einem 11:13-Rückstand in die Kabine gingen, lag auch daran, dass sie die letzten Minuten bis zur Pause mit Strafzeiten belegt nur in Unterzahl agieren durften. Bereits kurz nach Wiederanpfiff erhöhte der HC Elbflorenz seinen Vorsprung erstmals auf drei Tore und legte in der 35. Minute - erneut in Überzahl - noch einen Treffer drauf (13:17). Nun gab es immer wieder beiderseits Beschwerden über die Entscheidungen der streckenweise unsicher leitenden Unparteiischen, Zeitstrafen gegen Spieler und Verwarnungen gegen Offizielle wurden ausgesprochen und das jederzeit faire Spiel geriet in ein unnötig hektisches Fahrwasser.

Erst ab der 45. Minute glätteten sich die Wogen wieder. Auerbach hatte sich wieder auf ein Tor herangekämpft (17:18), musste zwar einen Gegentreffer hinnehmen, ließ dann jedoch drei Tore am Stück folgen und führte der 52. Minute mit 20:19. Die letzten Minuten gehörten dann jedoch Sebastian Gress. Der Spielmacher der Gäste düpierte mit feinen Einzelaktionen die SV-Abwehr und drückte mit vier Toren dem Spiel seinen Stempel auf. Auch wenn sich die Gastgeber nicht unterkriegen ließen und bis zur 59. Minute den Rückstand noch einmal auf einen Treffer verkürzten (23:24), am Ende setzten sich doch die individuelle Stärke und die größere Erfahrung des Favoriten durch. "Glückwunsch meiner Mannschaft zum Sieg, aber auch Chapeau vor der Leistung des Heimteams", sagte Dresdens Trainer Peter Pysall.

Tobias Wannenmacher war zufrieden mit dem Spiel, aber enttäuscht über den Ausgang. "Wir haben defensiv wie offensiv eine gute Leistung abgeliefert, aber die Punkte haben wir verloren. Im entscheidenden Moment haben wir unsere Chancen nicht verwertet, oder durch Fehler dem Gegner geholfen - ein Problem, das uns wie ein roter Faden durch die 3. Liga verfolgt."
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