Auerbacherin braut Kneitinger-Bock

Gisela Regn (46) hat sich in der Männerdomäne des Brauens etabliert. In der Traditionsbrauerei Kneitinger hat sie beim Bock ihre Finger im Spiel. Bild: nop

Wenn am Mittwoch in Regensburg der 65. Kneitinger Bockanstich über die Bühne geht, ahnen die wenigsten Gäste, dass beim Brauen dieses Elixiers eine Frau an verantwortlicher Stelle die Finger im Spiel hatte - noch dazu eine, die aus Auerbach im Landkreis Amberg-Sulzbach stammt.

"Freilich ist das ein Männerberuf", schmunzelt die 46-jährige Gisela Regn . Aber seit ihrer Lehre habe sich vieles verbessert, vieles sei einfach leichter geworden. "Früher gab es ja nur die Holzfässer, die haben mit 30 Litern Inhalt fast einen Zentner gewogen. Und die musste man von Hand bewegen."

Der Vater von Gisela Regn war Sägewerker: "Ich bin im Sägewerk groß geworden." Gerne hätte sie dann einen Handwerksberuf ergriffen, "Zimmerer oder Mechaniker wollte ich lernen, aber das waren noch andere Zeiten." So schlug sie sich zunächst als Monteurin und Lastwagenfahrerin durch.

Erst mit 30 bekam sie die Chance, bei Kneitinger in die Lehre zu gehen. Heute ist sie die dienstälteste Gesellin in der Produktionsanlage, abgesehen von den beiden Spezialisten, die den Sud einkochen. "Ein schöner Beruf", schwört sie. Weil der Lohn zum Teil flüssig ist, Haustrunk heißt das, "hat man als Bierbrauer viele Freunde und eine große Familie".

Braumeister Albert Kellner muss sich blind auf seine Mannschaft verlassen können. "Heuer haben wir den Bock wieder etwas süßer gemacht", berichtet die Brauerin, "letztes Jahr war er zu herb." 6,5 Prozent Alkohol und 16,8 Prozent Stammwürze weist er auf.
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