Auf Abruf für Balkan-Einsatz

Die Auslandseinsätze gehen weiter: "Rund 250 Mann des Panzerbataillons 104 werden in diesem Jahr im Kosovo, in Afghanistan und in Mali sein", bestätigt Pressesprecher Oliver Eick. Wobei der Balkan-Auftrag von den Soldaten in der Oberpfalzkaserne je nach Lage "standby" - also auf Abruf - erfüllt wird.

Pfreimd. (cv) Warum fliegen Pfreimder Soldaten nach Mali? Laut Eick werden 20 Soldaten die malinesische Armee in der Ausbildung unterstützen. Im Norden Malis herrscht immer noch kein Frieden, kämpfen Tuareg-Rebellen gegen regierungstreue Milizen. Das Land soll in die Lage versetzt werden, selbst Sicherheit und staatliche Souveränität aufrecht zu erhalten. Dazu braucht es fähige Streitkräfte. Deutsche Soldaten unterstützen die European Training Mission, kurz EUTM Mali. Das Mandat wurde erst im Februar bis Mitte 2016 verlängert und umfasst bis zu 350 deutsche Soldaten. Die Männer aus dem Pfreimder Panzerbataillon sind vier Monate im Land.

Ebenfalls für vier Monate brechen zehn Mann im Juli nach Afghanistan, nach Mazar-E-Sharif, auf. Die in der Oberpfalzkaserne stationierten Soldaten haben die großen ISAF-Einsätze der letzten Jahre beendet. Die 350 000 afghanischen Sicherheitskräfte unterstützen - das ist nun das Ziel eines Nato-Einsatzes, der sich "Resolute Support" nennt. Deutschland ist mit 850 Soldaten beteiligt. Im Camp Marmal entwickelt die Pfreimder Crew Lagebilder und wertet sie entsprechend aus. "Auch in der Materialbewirtschaftung werden Kräfte eingesetzt", erläutert Leutnant Oliver Eick.

Der Großteil des Auslandskontingents wartet jedoch auf die Verlegung in das Kosovo, nach Prizren. Hier sind im Zuge des Nato-gestützten ORF (Operation Reserve Force) -Einsatzes 1000 Soldaten verschiedener Nationen stationiert. Die Lage wird derzeit als "grundsätzlich ruhig und stabil" bezeichnet. Das Konfliktpotenzial im kosovo-serbisch dominierten Norden ist allerdings weiter hoch. Nach Jahren innerer Unruhen und des Bürgerkrieges herrscht noch immer Misstrauen. Die Bataillone der ORF werden bei Bedarf auf dem Balkan eingesetzt, um auf Spannungen und Krisen reagieren zu können. Ihre Aufgabe: ein multi-ethnisches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit aufbauen und militärisch absichern.

Die Einsatzkräfte werden allerdings nur abkommandiert, wenn sie gebraucht werden. Ein ORF-Bataillon hält sich im Heimatland für jeweils ein halbes Jahr bereit. Innerhalb von sieben Tagen kann bei Bedarf auf den Balkan verlegt werden. "Ab 15. Juni sind die 220 Soldaten abrufbereit," sagte Bataillons-Pressesprecher Oliver Eick. Somit ist die Hälfte des 500 Mann starken Panzerbataillons 104 für Auslandseinsätze "gebucht". Die Oberpfalzkaserne zählt insgesamt rund 1000 Soldaten und Beschäftigte.
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