Auf Achse im Rhythmus der Sonne

Diana und Rüdiger Fritsch mit Schäferhündin Sally und ihrem zuverlässigen "Mulle", dem auf Wüsten- und Gebirgsverhältnisse umgerüsteten Toyota-Landcruiser, am Paso San Franciso. Auf 4700 Metern Höhe verbindet er Chile mit Argentinien. Bild: do

365 Tage Südamerika. Salzseen und Gletscher, Vulkane und Geysire, das Rauschen des Pazifiks. Ein Jahr waren Rüdiger und Diana Fritsch in Südamerika unterwegs. Immer dabei: Schäferhündin Sally. An der Volkshochschule berichtete das Paar über die spektakuläre Reise.

Der Hund kommt mit. Das war bei der Planung der Südamerika-Tour schon klar. Rüdiger und Diana Fritsch sind ein Lehrer-Ehepaar. Er, gebürtiger Eschenbacher, unterrichtet Wirtschaft an der Berufsschule Weiden. Diana Fritsch aus Bärnau lehrt an der Mittelschule Tirschenreuth. Im Nachhinein sind sich die Stiftländer Globetrotter einig: "Diese Reise war die schönste, die wir je erlebt haben."

Nur Dorfschmiede

Im Malzhaus berichteten beide abwechselnd über ihre spannende Reise. Mit ihrem Toyota Landcruiser legten sie rund 52 000 Kilometer zurück. "Ein zuverlässiges Gefährt", sagte Rüdiger Fritsch. Ohne Elektronik. Das sei wichtig, weil es im Notfall in der Prärie nur Dorfschmiede gebe. Touren zu Fuß durch den Dschungel, faszinierende Fahrten durch Wüsten, Schluchten und übers Hochgebirge, vorbei an atemberaubenden Gletschern, Einkaufen und Sightseeing in größeren Städten oder ganz einfach die Natürlichkeit der Menschen kennenzulernen, ein Traumland, wie das Ehepaar feststellte.

Der Bildervortrag mit harmonievoller Musik und Überblend-Technik entführte die Besucher in Landschaften voller Faszination. Hunderte von Bildern hatten die Weltreisenden mitgebracht. "Nur ein paar von den 25 000 Fotos", wie Fritsch bemerkte. Schließlich mussten die zweieinhalb Stunden reichen, dem verzückten Publikum einen Kontinent voller Mythen näherzubringen. Nach Themen geordnet begann die Reise der Oberpfälzer in Chiles Hauptstadt Santiago, führte nach Norden durch die Atacamawüste, eine der unwirtlichsten Gegenden der Welt. Kilometer für Kilometer "fraßen" sich die Tourengeher- und Fahrer der Bergwelt der Anden entgegen, um dann von Höhen über 5000 Meter auf den Schleier verklärter Urwaldregionen zu blicken. Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen gab es zu bewundern, das Licht in dünner Höhenluft verwandelte die Gebirgsformationen der Anden in Märchenlandschaften.

"Wir passten uns dem Rhythmus der Sonne an", erzählten die Globetrotter und lebten während dieser Zeit wie viele Einheimische. "Nur an die gebratenen Meerschweinchen wollten wir nicht recht ran", verriet Rüdiger Fritsch. Neben den Begegnungen mit Menschen verschiedenster Kulturen etwa auf den bunten Indigena-Märkten Perus und Ecuadors oder deutscher Einwanderer in Chile zeigten die Abenteuer-Reisenden besonders faszinierende Bilder von Walbeobachtungen in Argentinien, von Kondoren im Koca Canyon und die Flora der Regenwälder.

Schon nach einigen tausend Kilometern Fahrt sind Diana und Rüdiger Fritsch Experten in Sachen Südamerika. Zum besonderen Ziel wurde ein steingewordener Mythos. Innere Einkehr nahmen die Reisenden auf dem Machu Picchu. Niemand weiß, warum die im 15. Jahrhundert errichtete Stadt hier angelegt wurde. Es existieren keine Überlieferungen oder Aufzeichnungen, nicht einmal ihr ursprünglicher Name ist bekannt. Ihren heutigen Namen Machu Picchu hat sie von zwei Bergkegeln. Staunend verfolgten die Besucher Informationen über die Nascalinien, über die uralten Stätten der Chachapoyas (Wolkenkrieger) oder die Spuren der Feuerland-Indianer.

Die Tour ging weiter über Stock und Stein. Bilder folgten über atemberaubende Gipfel und seltene Tiere und faszinierende Landschaften im glasklaren Licht riesiger Gletscher, den Höchsten zwischen Nord- und Südpol. Das Publikum war hin und weg über die spektakulären Landschaften in den Nationalparks Chiles, über die rauen Schönheiten Patagoniens, den stürmischen Zeiten auf Feuerland und über die Erlebnisse mit stets gut gelaunten Einheimischen. Die Oberpfälzer lobten die herzliche Gastfreundschaft zwischen Äquator und Feuerland und urteilten: "Abwechslungsreicher könnte ein Kontinent nicht sein."

Baden unmöglich

Das Kontrastprogramm entdeckten die Stiftländer an der unendlichen Pazifikküste. Feinste Sandstrände, blauer Himmel und kein Mensch weit und breit. Baden ist unmöglich, der kalte Humboldtstrom verhindert dieses Vergnügen. Walbeobachtungen folgten auf der argentinischen Halbinsel Valdés. Ein eisiger Wind blies den Weltenbummlern entgegen. Der Reisebericht endete mit Bildern und Informationen über die Kultur der Inkas, über die Begegnungen mit den Ureinwohnern, über die krassen Unterschiede zwischen arm und reich, über gastfreundliche deutsche Auswanderer in Chile ...
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