Auf den Spuren der Räuber

Während ein Teil der Kinder mit Karl Ochantel und Stefan Hartwig (hinten, links) eine Wanderung unternahm, machten die anderen eine Floßfahrt auf der Pfreimd. Der Oberpfälzer Waldverein verstand es erneut, die Buben und Mädchen für die Natur zu begeistern. Bild: dob

Ein richtiges Abenteuergebiet eröffnet sich den Teilnehmern jedes Jahr beim Ferienprogramm-Beitrag des Oberpfälzer Waldvereins an der Linglmühle. Knapp 40 Kinder ließen sich die Chance nicht entgehen, in die Welt der Mythen und Sagen einzutauchen und eine Floßfahrt auf der Pfreimd zu erleben.

Das heiße Sommerwetter setzte dem grenzenlosen Spaß heuer die Krone auf. Hauptziele der kleinen Wanderung waren der Riesensessel und die Räuberhöhle. Leider konnte Pilzexperte Stefan Hartwig den Kindern weder einen Steinpilz noch eine Krause Glucke zeigen. Dafür kennen die Wanderer jetzt aber den Unterschied zwischen Tanne und Fichte, und wissen, woher das "Indische Springkraut" seinen Namen hat.

Große Sintflut

Beim Riesensessel wusste Begleiter Karl Ochantel: "Es gab mal eine große Sintflut, also ein Hochwasser. Viele Menschen ertranken. Und sogar die Riesen flüchteten auf die Berge und stellten steinerne Stühle auf. Das Wasser ging zurück. Übrig blieb dieser Riesensessel." Das Kaltebaum-Bachl heiße so, weil es vom Kalten Baum komme. "Dabei handelt es sich um einen riesigen alten Baum, in den man sogar hineingehen kann", erklärte der Heimatkundler. Am Platz, an dem der Baum stehe, habe vor Jahrhunderten der Landgraf der Burg Leuchtenberg seine Gemahlin begraben.

Und bei der Beerdigung fiel ein Samenkorn mit ins Grab. Das Korn stammte aus dem Heiligen Land, aus dem der Landgraf kurz zuvor aus dem Kreuzzug zurückkam. Und so wuchs aus dem Herzen der Landgräfin ein Baum, der als "Kalter Baum" in die Geschichte einging.

Bei der Räuberhöhle hörten die Kinder, dass es vor 100 Jahren auch Räuberbanden in unserer Gegend gab. Besonders im Waldgebiet Elm, dort ist auch die sogenannte Mördergrube, aber auch bei der Räuberhöhle. Ob darin der Räuber Hotzenplotz hauste? Jedenfalls erhielt vor 100 Jahren der Bürgermeister von Vohenstrauß einen Steckbrief. Damals wurde der Räuber Kneißl gesucht. Ein Mörder, der einen dunkelblonden Schnurrbart, ein blaues Hemd und eine schwarze Krawatte sowie gelbe Schuhe trug. Vorsicht war geboten, denn er war bewaffnet, hieß es.

Im Vohenstraußer Rathaus hing dann der Haftbefehl aus. Immerhin gab es 1000 Mark Belohnung. "Den Räuber Kneißl hat man auch schnell gefasst, vielleicht haben ihn seine gelben Schuhen verraten?", mutmaßte Ochantel. Zum Tode verurteilt führte man ihn an einem Montagmorgen zum Schafott. Seine letzten Worte: "Die Wocha fangt ja scho guat a!"

Durch uriges Flussgebiet

Erneut löste Hermann Helm Freude aus, als er die Leinen seines Floßes löste und mit den Kindern bis zur Kainzmühle durch uriges Flussgebiet trieb. Natürlich machte so viel Unternehmungsgeist auch hungrig und durstig. Vorsitzender Erwin Scholz und seine Helfer hatten Würstchen und Stockbrot sowie kühle Getränke vorbereitet.
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