Auf die Verpackung kommt es an

Landrat Thomas Ebeling, MdL Alexander Flierl, Bürgermeister Georg Butz und Dieter Rosenberg (von links) machten sich bei einem Rundgang durch die Produktion der Firma Käsbauer ein Bild von der Vielfältigkeit der Verpackungsmöglichkeiten. Juniorchef Thomas Käsbauer erläuterte die Fertigungsschritte. Bild: wee

Jeder kennt die Einweg-Verpackungen für Kosmetik-Artikel, Elektroartikel, Schreibwaren, Küchenhelfer und vieles mehr - doch nur wenige wissen, welcher Aufwand und welche Technik dahinter steckt.

Wernberg-Köblitz. (wee) Landrat Thomas Ebeling besuchte auf seiner Tour durch die Betriebe des Landkreises in Begleitung von MdL Alexander Flierl, Bürgermeister Georg Butz und den beiden Vertretern des CSU-Ortsvorstandes, Elisabeth Weidner und Dieter Rosenberg, den mittelständischen Lohnverpackungsbetrieb Franz Käsbauer GmbH in Wernberg-Köblitz.

Mindestlohn kein Thema

Juniorchef Thomas Käsbauer übernahm die Führung durch den Betrieb, der derzeit 110 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 70 Prozent Vollzeit-Mitarbeiter. Der Mindestlohn sei für das Unternehmen kein Thema, denn schon vor Einführung des Gesetzes habe man über dem Mindestlohn bezahlt. Um gegen die "Billigkonkurrenz" bestehen zu können, setzen Franz und Thomas Käsbauer auf Qualität, Technik, Flexibilität und das Angebot eines vollumfänglichen Service. Mit diesem Konzept ist es dem mittelständischen Unternehmen, das 1983 gegründet wurde, gelungen, sich in der Lohnverpackungsbranche fest zu etablieren. Es arbeitet für namhafte Firmen in der Kosmetik-Industrie, Elektronikbranche, Automobil-Industrie und Schreibwarenbrache.

Anschaulich erklärte Thomas Käsbauer die unterschiedlichen Verpackungsmöglichkeiten, wie Blistern, Tiefziehen, Ausbeuteln, Skinnen, Schrumpfen und Sleeven an verschiedenen Musterstücken. Der Landrat und seine Begleiter erlebten die Verfahren auch live in der Produktion. Millionenauflagen in zweistelliger Höhe sind bei Verpackungsaufträgen keine Seltenheit. Gerade bei solchen Aufträgen läuft die Abstimmung zwischen dem Auftraggeber und der Firma Käsbauer sehr eng. Oftmals ist man schon von Anfang an, ab Gestaltung der Verpackung, mit eingebunden.

Muster und Formwerkzeug

Im "Fullservice" übernimmt dann die Firma die Bestellung sämtlicher Rohmaterialien für die Verpackung, unterbreitet optimierte Verpackungsvorschläge, die als Muster mit einem 3-D-Drucker gefertigt werden, damit der Kunde vorab schon einen Eindruck gewinnt, wie sein Produkt in der Verpackung wirkt. Anschließend wird das entsprechende Formwerkzeug für die maschinelle Verarbeitung erstellt, das bei rund 3000 Euro je Form liegt. Auch kümmert sich das Unternehmen Käsbauer dann um die Konfektionierung sowie Etikettierung.

Die Firma kann nicht nur Zertifizierungen vorweisen, sondern hat auch kürzlich einen Reinraum eingerichtet, so dass auch offene Kosmetikartikel konfektioniert werden können.

Rund 100 Tonnen Folie benötigt das Unternehmen im Jahr für die Verpackungen, Dabei wird darauf geachtet, dass möglichst wenig Abfall produziert wird. Der nicht zu vermeidende Rest wird dem Recycling-Prozess wieder zugeführt.

Beim anschließenden Unternehmergespräch mit Franz und Thomas Käsbauer standen dann nicht nur produktionstechnische und wirtschaftliche Themen an, sondern auch Themen wie Energiebedarf und GEZ-Gebühren, die für viele Unternehmen in der jetzigen Form doch sehr ärgerlich seien, so Franz Käsbauer.
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