Auf gute Nachbarschaft

Als ehemaliger Wirtschaftsförderer wusste Bürgermeister Edgar Knobloch (Zweiter von rechts) über viele Förderprogramme Bescheid. Bild: do

Fördergelder, Gründerzentrum und turbulente Stadtratswahl: Der frühere Wirtschaftsförderer und neue Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch informierte beim CSU-Stammtisch in Eschenbach aus erster Hand.

Die kommunale Zusammenarbeit im Vierstädtedreieck und im Kulmgau ist gut, aber ausbaufähig. Da waren sich beim CSU-Stammtisch im Gasthof Burger alle einig. "Die PEGA scheint eingeschlafen", bedauerten die Versammlungsteilnehmer. Eschenbach wäre als Veranstalter dran, berichteten die Gäste Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch.

Als bisheriger Wirtschaftsförderer des Landkreises stellte der in einem Kurzvortrag Förderprogramme auf europäischer und auf Bundesebene vor. Zu kommunalen Fördermöglichkeiten verwies er auf das zum Jahresende auslaufende Leader-Programm. Nun gelte es, im neuen Programm mit dem gesamten Landkreis als Gebietskulisse seinen Platz zu finden.

"Umständlich und dennoch unvermeidlich" seien die Gutachten und Entwicklungskonzepte als Voraussetzung jeden Förderantrages. Trotz des großen Verwaltungsaufwandes dürfe das Erfolgsziel einer Stärkung der Region nicht in Frage gestellt werden. Als Türöffner für weitere Fördermitteln bezeichnete Knobloch die EU-Programme zur Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und zur Integrierten regionalen Entwicklung (IRE), die für die Gemeinden des Landkreis-Westens von Interesse seien. Er sprach sich für eine interkommunale Nutzung der Fördermöglichkeiten aus. "Nicht nur die Bewilligungschancen sind größer, hinzu kommt der Mehrwert regionaler Stärke und Kollegialität."

Ausdrücklich würdigte Knobloch die Beiträge der Nachbargemeinden und des Landkreises für das Gründerzentrum. Diese zwei Jahrzehnte währende Solidarität sei beispielgebend. Knobloch verwies auf die geschätzten 300 Arbeitsplätze, die im Gründerzentrum neu entstanden. Leider habe das Städtedreieck wenig von diesen profitiert. Derzeit befinde sich das Gründerzentrum in der Flaute. 75 Prozent Leerstand seien "besorgniserregend".

Extremer Fluglärm

Auch auf die Turbulenzen nach der Stadtratswahl in Grafenwöhr ging Knobloch ein. Er informierte über mögliche Szenarien bei einer Wahlwiederholung oder einer Neuwahl. "Über das Prozedere brüten derzeit die Rechtsexperten."

Dem Impulsvortrag folgte eine Diskussion der Stammtischrunde über aktuelle Themen. Peter Hübl nannte die "derzeitige Fliegerei" über dem Übungsplatz "extrem" und bekam dafür Zustimmung aus der Runde. Mit Sorge blickte der Stammtisch auf die Entwicklung der Wirtschaftsschule. Die Zusammenführung mit der Schule in Weiden bedeute nichts Gutes.

Der Kreis verwies auf negative Erfahrungen mit anderen öffentlichen Einrichtungen. Auch die Ankündigung von Heimatminister Markus Söder zur Behördenverlagerung in die Nordoberpfalz war Thema. Auf Kritik stieß das Eingeständnis von Bürgermeister Peter Lehr in der September-Sitzung des Stadtrates, einen Antrag für einen Behördenstandort in Eschenbach versäumt zu haben. Von nichts komme nichts, kommentierten Versammlungsteilnehmer.
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