Auf Weg zur "Fairtrade Town"

329 "Fairtrade Towns" gibt es schon in Deutschland, Kemnath möchte gerne die nächste werden. Wie man Fairtrade-Town wird und was dafür alles notwendig ist, diskutierten Interessierte auf Einladung von Pastoralreferent Alfred Kick im Pfarrheim.

Kemnath. (stg) Als Referentin der Veranstaltung konnte er Marina Malter, Eine-Welt-Regionalpromotorin Ostbayern, gewinnen. Sie berichtete, dass es die "Towns" seit 2009 gebe, die erste bayerische Kommune sei Neumarkt gewesen.

Das Prädikat "Fairtrade Town" werde für zwei Jahre verliehen, fünf Kriterien müssten dafür erfüllt werden: Dies sind zum einen ein entsprechender Stadtratsbeschluss und zum anderen die Gründung einer mindestens dreiköpfigen Steuerungsgruppe zur Bündelung der Aktionen und Überprüfung, ob die Kriterien dauerhaft eingehalten werden. Darüber hinaus müssten bei der Größe von Kemnath mindestens zwei Fairtrade-Produkte in drei Geschäften (auch Supermärkte) und zwei gastronomischen Betrieben angeboten werden.

Auch gehöre dazu, dass Produkte aus dem fairen Handel in öffentlichen Einrichtungen - in Kemnath beispielsweise in einer Schule, im Verein oder in der Kirche - verwendet und entsprechende Bildungsveranstaltungen organisiert werden. Ebenso sei es wichtig, mindestens vier einschlägige Artikel in Print- und Onlinemedien zu entsprechenden Aktionen zu veröffentlichen. Malter informierte über den "Außer-Haus-Katalog" und den Großverbraucherservice von Fair-Trade speziell für Gastronomen.

Am Beispiel bereits existierender "Fairtrade-Towns" stellte sie weitergehende Ideen und Merchandising-Aktionen vor. Der typische Weg, um "Fairtrade-Town" zu werden, beginnt mit der Erfüllung der Kriterien. Es folgt die Auszeichnungsfeier, dann geht es an die Umsetzung von Aktionen sowie Aufrechterhaltung der Kampagne und schließlich um die Organisation nachhaltiger Beschaffung, um eine langfristige Zertifizierung zu gewährleisten.

Bio, regional und saisonal

Die Aktion sollte laut der Referentin im Idealfall zum Mehrklang "bio, fair, regional und saisonal" führen. Das bedeute aber auch, dass regionale Produkte nicht automatisch "fair" seien, sondern am besten zusätzlich zu zertifizierten Fairtrade-Produkten angeboten werden sollten. "Für die Erfüllung der Kriterien der Kampagne zählen in erster Linie nur die zertifizierten Produkte", betonte Malter.

Die Anwesenden, darunter Pfarrer Konrad Amschl sowie Bürgermeister Werner Nickl, kamen überein, dass in einem ersten Schritt eine Steuerungsgruppe gegründet werden soll. Sie soll feststellen, was bisher in Kemnath läuft, wie die Kriterien am besten erfüllt werden können und wie ein Konzept aussehen könnte. An den Bürgermeister wurde die Bitte herangetragen, jemanden aus der Stadtverwaltung zu finden, der sich an der Steuerungsgruppe beteiligt.

Termin für ein erstes Treffen der Steuerungsgruppe ist Montag, 29. Juni, 19.30 Uhr im Pfarrheim. Weitere Interessierte sind dazu eingeladen.
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