Auf Wegen der Flucht

Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik trafen sich in Nürnberg auch mit Flüchtlingssprecher Christian Mätzler (Sechster von links) und dessen Kollegen Thorsten Bach (Achter von links).

Angehende Erzieher der Staatlichen Fachakademie am BSZ in Neustadt setzen sich intensiv mit der Flüchtlingsthematik auseinander. Sie starteten eine Übung mit dem Arbeitstitel "Will-kommen?! Flüchtlinge bei uns".

Neustadt/WN. Unter anderem informierten sich die Studierenden im Jugendzentrum Weiden über Zahlen und Fakten rund um die Flüchtlingsthematik. Die Gruppe setzte sich mit den Ursachen von Flucht ebenso auseinander wie mit der Genfer Flüchtlingskonvention. An einem anderen Tag fuhren die Oberpfälzer, begleitet von den Lehrkräften Pamela Dallinger, Elke Kusche und Christina Roppelt, nach Nürnberg, wo sie die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Zirndorf kennenlernten. Bereits bei der Einfahrt in das durch Mauer, Stacheldraht und Securities gesicherte Gelände wurde die Stimmung sehr nachdenklich. Adelina Ritter vom Sozialzentrum schilderte den Weg vom ersten Screening bis zur Unterbringung in Sammelunterkünften auf.

Hautnah erlebte die Gruppe die Ankunft von Säuglingen, werdenden Müttern und alten Menschen. Die Gäste konnten die Ausweglosigkeit der Menschen erahnen. In den Gesichtern zeichneten sich die Strapazen und die Hilflosigkeit ab. Ritter beschrieb auch die Form der Kinderbetreuung, die für die Erzieher in spe von großem Interesse war.

Anschließend ging es weiter zu Christian Mätzler, dem Flüchtlingssprecher der Stadt Nürnberg, und dessen Kollegen Thorsten Bach. Sie nahmen sich viel Zeit, um der Gruppe die Koordination der Hilfe in Nürnberg aufzuzeigen. Viele rechtliche Angelegenheiten wurden erläutert. Nächster Halt war im Zentrum Nürnbergs eine Wohngruppe mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen mit zwölf Heranwachsenden aus sieben Nationen. Leiter Dietrich Schwarzer erzählte von Einzelschicksalen, die berührten. Perspektiven aufzeigen und die Integration am Arbeitsmarkt sind wichtige Eckpfeiler seiner Arbeit. Hier wurden auch mögliche Einsatzfelder von Erziehern diskutiert. Dann hörten die Besucher noch die ungemütlichen Erzählungen zweier junger Männer aus Afghanistan von Krieg, Verfolgung, Ankunft in Deutschland und dem langen Weg des Asylverfahrens.
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