Aufatmen auf dem Reiterhof

Der Reiterhof Reisach hatte schwere Zeiten zu überstehen, nachdem bei zwei Tieren die Pferdeseuche festgestellt worden war. Sie wurden eingeschläfert. Nach dem zweitem Bluttest, der nun für alle weiteren Pferde negativ ausgefallen ist, ist die Quarantäne für den Reiterhof aufgehoben, der Sperrbezirk aufgelöst. Bild: Götz

Vor drei Monaten war es eine "Entwarnung mit angezogener Handbremse". Doch jetzt ist es definitiv: Es gibt keinerlei Anzeichen von Pferdeseuche auf dem Reiterhof Reisach. Der Sperrbezirk ist aufgehoben.

Trausnitz. (cv) Schon Mitte August hatten die ausgewerteten Proben gezeigt, dass es keinen weiteren Fall der hochansteckenden Krankheit mehr gibt. Für drei Monate blieb allerdings der vom Landratsamt verfügte Sperrbezirk aufrecht erhalten, um sicherzustellen, dass es innerhalb der Inkubationszeit zu keiner weiteren Erkrankung kommt.

Resultat negativ

Entwarnung kann erst nach einer zweiten Untersuchung des Veterinäramtes gegeben werden. Das Resultat ist nun da: Die Nachuntersuchung verlief negativ, es liegt keinerlei weitere Infektion vor. "Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, der Sperrbezirk konnte aufgelöst werden", bestätigte der Pressesprecher des Landkreises, Hans Prechtl.

Der Reiterhof Reisach hatte schwere Zeiten durchzustehen: Anfang August erhielt Besitzerin Ulrike von Godin die Hiobsbotschaft: Drei Monate Quarantäne. Zwei Tiere waren mit "Equiner infektiöser Anämie" (EIA) infiziert. Das Veterinäramt richtete einen Sperrbezirk ein. Die Krankheit war laut Landratsamt Mitte Juli in einem Stall in Oberbayern - in Rosenheim - ausgebrochen. Das betroffene Pferd war vor vier Jahren in Reisach, so das Ergebnis der bundesweiten Meldekette. Daraufhin untersuchte das Veterinäramt den gesamten Bestand, testete alle zwölf Pferde und stellte bei zweien die Krankheit fest. Der serologische Blutbefund war eindeutig, eine Heilung gibt es nicht. Die beiden Tiere mussten eingeschläfert werden.

Vom Veterinäramt wurde im Umkreis von einem Kilometer ein Sperrbezirk eingerichtet. Eine sogenannte "Verbringungssperre". Drei Monate lang durfte kein Pferd auf das Gelände gebracht werden oder den Hof verlassen.

Gravierende Folgen

Für die Pferdepension, die sich auch dem Wanderreiten verschrieben hat, war die Quarantäne ein schwerer Schlag. Ulrike von Godin - völlig unvermittelt und unverschuldet in die schwierige Situation geraten - ging offensiv mit der unabänderlichen Situation um, legte sie auch auf der Homepage des Reiterhofes dar. Die Anordnung bedeutete für den Hof drei Monate keine Ausritte und die Einstellung des Reit- und Pensionsbetriebes.

Schon damals vermutete Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl, dass sich nach den drei Monaten wieder alles im grünen Bereich bewegt und die vorsorgliche Quarantäne aufgehoben werden kann. Von zwölf Pferden gab es lediglich bei zweien einen Befund. Prechtl folgerte, dass es sich in Reisach wohl um keine großflächige Erkrankung handle. Jetzt, nach Ende der Drei-Monatsfrist, ist es mit dem zweiten Bluttest definitiv: Die Pferde sind völlig gesund. Ulrike von Godin schreibt auf ihrer Homepage: "Wir freuen uns, unsere schöne Gegend mit unseren Pferden wieder uneingeschränkt erkunden zu können. Auch Gastpferde sind natürlich ab jetzt wieder herzlich willkommen".

Oberviechtach folgt

In den Sog "Pferdeseuche" war nach dem Reiterhof Reisach ebenso der Pferdesportverein Oberviechtach geraten: Auch hier musste ein Tier eingeschläfert werden, wurden ein Sperrbezirk eingerichtet. Am 11. November wurden laut Hans Prechtl alle 34 Pferde des Pferdesportverein Oberviechtach erneut getestet. "Erfreulicherweise sind alle Proben negativ".

Im Sperrbezirk Oberviechtach befinde sich aber ein zweiter Stall, der im Laufe der Woche noch geprüft werde. "Sobald auch diese Ergebnisse vorliegen und kein krankhafter Befund dabei ist, kann neben Reisach auch der zweite Sperrbezirk aufgehoben werden."
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