Augenzeugen

Nach der Bombardierung am 5. und 8. April 1945 verließen viele Grafenwöhrer aus Angst vor neuen Angriffen die Stadt. Die Familie von Adam Reiter kam bei der Familie Rupprecht in Runkenreuth unter. Mit sechs weiteren Kindern mussten die beiden Reiter-Buben in einem Zimmer schlafen. Engelbert Reiter war 16, seinem zwei Jahre älteren Bruder Martin hatte eine Krankheit die Wehrmacht erspart.

Beide Jugendliche beobachteten aus einem Maschinengewehrstand an der Straße nach Eschenbach bei Runkenreuth am 19. April 1945 das Aufmarschieren der Amerikaner mit ihren Panzern auf dem Hotzaberg. "Dort fuhren die Sherman-Panzer und Fahrzeuge zu einer regelrechten Wagenburg auf", erinnert sich der heute 86-jährige Engelbert Reiter. Das MG-Nest bei Runkenreuth hatte die Wehrmacht zur Überwachung einer Straßensperre eingerichtet.

Die US-Soldaten machten den Stand mit den beiden Jugendlichen aus. "Über uns schwebte dann ein Fieseler-Storch", erzählt Reiter, der sich bewusst ist, dass er und sein Bruder damals das Feuer der amerikanischen Artillerie ausgelöst haben. "Es gab drei Einschläge vermutlich von 105-Millimeter-Geschossen, schnell sind wir in den nahen Keller am Straßenhang gekrochen", erzählt Reiter. (mor)
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