Auktionswirtshaus

Über eine gut gefüllte Gaststätte freuen sich die Organisatoren stets bei der Christbaumversteigerung. Bild: hia
Lokales
Deutschland und die Welt
03.01.2015
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"Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten" heißt es am Samstag, 3. Januar, bei der Christbaumversteigerung der Feuerwehr in der Gaststätte Kohl. Eine über Jahrzehnte gewachsene Tradition.

Um 19.30 Uhr fordern die Auktionatoren zum ersten Angebot auf und der erste Hammerschlag erfolgt. Dann gehen die Zweige des Plössener Christbaums in der Wirtsstube weg wie "warme Semmeln". Die Helfer um Vorsitzenden Markus Heindl, den Plössener "Leo" alias Wolfgang Krannich und Christian Bauernfeind waren im Vorfeld fleißig am Wursten: 40 Presssäcke produzierten sie. Diese stellen am Abend einen Großteil der Versteigerungsmasse dar.

Am Nachmittag werden die letzten Vorbereitungen getroffen, wenn 40 Brotzeit-Zweige mit einem Paar Knacker oder Bauernseufzer, einer Breze und einem Pfläumli gebunden werden. Der eine oder andere Presssack wird als Männlein und Weiblein gestaltet. Hinzu kommen Sachpreise von Handwerkszeug, Haushaltsgeräten, Porzellan und Lebensmitteln bis hin zum Brennholz. Heiß begehrt ist stets das Wildbret. Ob es ein Hase, ein Stück Wildschwein oder ein Rehschenkel sein wird, die Gäste dürfen sich überraschen lassen. Den Abschluss bildet seit den Anfangsjahren die Versteigerung des Christbaums samt hochprozentiger Beigaben. Über 50 Jahre veranstaltet die Feuerwehr die Versteigerung. Mit wenigen Unterbrechungen meist am Dreikönigstag. Die eigentliche Geburtsstunde ist nicht mehr genau auszumachen. Anlass dürfte das 75-jährige Gründungsjubiläum der Brandschützer 1964 gewesen sein. Als Gründungsväter gelten der Maschinist Josef Nickl und der ehemalige Kommandant Josef Heindl. Unter den Plössenern gab es stets umtriebige Spendensammler und Auktionatoren. Sepp Bayer und Josef Heindl (beide 1993 gestorben) waren über viele Jahre eifrige Hauptsammler.

Zu ihren Nachfolgern gehörten der früh verstorbene dritte Bürgermeister Johann Bräutigam sowie Alfons und Norbert Walter. An deren Seite sorgten Jürgen und Reinhard Heier sowie Karlheinz Dadder für die wortgewaltige Anpreisung. Seit über 50 Jahren findet die Versteigerung in der Gaststätte Kohl des Plössener Bürgermeisters Max Kohl (1970 verstorben) statt. Seit 1967 zählen die Kirchenlaibacher Brandschützer zu den Stammgästen. Schon immer verband beide Wehren eine Freundschaft. Traditionell sind die Patenkinder seither jedes Jahr mit einer starken Abordnung vertreten und zählen zu den kräftigsten Bietern. Als Stammgäste gelten auch die Nachbarn aus Ramlesreuth, die Landjugend Plössen, der Fischereiverein sowie eine Abordnung des CSU-Ortsverbandes.
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