Aus der Schulgeschichte

Bis 1877 wurden in Luhe Mädchen und Buben getrennt unterrichtet. Um die Knaben kümmerte sich zu dieser Zeit Melchior Götz, um die Mädchen Cajetan Koller. Beide Klassenräume befanden sich im Rathaus neben dem Turmhaus.

Weil die Schülerzahl kontinuierlich stieg, musste der Markt die Aufteilung in drei Abteilungen organisieren. 1887 erwarb er von Georg Maier das Gebäude an der Südseite des Rathauses, ließ es abreißen und ein Schulhaus mit zwei Sälen errichten. Das Erdgeschoss belegte die Mittelklasse (4. und 5. Jahrgang Knaben und Mädchen). Die Oberklasse (6 und 7) saß im ersten Stock. Im Parterre des Rathauses blieb die Unterklasse (1 bis 3).

1916 empfahl das Bezirksamt Neustadt, den an der Reichsstraße liegenden Eingang zu verlegen und das Dachgeschoss zu einer Lehrerwohnung umzubauen. Die Pläne ließen sich wegen des Materialmangels im Ersten Weltkrieg nicht realisieren. An der Südseite des 1937 abgerissenen Webertors wurde ein Warnschild "Schule" und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 15 Stundenkilometer angebracht.

Beim Großbrand am 9. August 1928 blieben Rat- und Schulhaus weitgehend verschont. Am 22. April 1945 rückte die XI. US-Panzerdivision nach Luhe vor. Beim Beschuss des Ortes traf eine Granate das Rathaus mit dem Klassenzimmer. Bereits am 17. September 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

1952 richtete der Markt im Erdgeschoss des Rathauses eine Schulküche und Gemeindekanzlei ein. Das Klassenzimmer wurde in die erste Etage verlegt. Es war wesentlich heller als der frühere Notschulraum im Parterre. Auch der Plan, den Eingang weg von der Straße hin zum Marktplatz zu verlegen, wurde Wirklichkeit. Weil 1962 eine vierte Klasse hinzukam, wurde der Handarbeitssaal im Schwesternhaus angemietet. (sef)
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