Aus Glaubensgründen Heimat verlassen

Nicht nur als Kriegswaffen, auch als Rangzeichen und Ehrengaben hätten Blankwaffen Bedeutung gehabt, merkte Hauptmann Jürgen Braun bei der Eröffnung der Blankwaffenausstellung an. Ein besonders beeindruckendes Exemplar zeigt das Museum mit dem Ehrendegen des Edelmanns Neidhardt Pfreimbder.

Was es damit auf sich hat, zeichnete der Historiker Andreas Pickert für die rund 50 Vernissagebesucher nach. Seit 1473 habe die Familie Pfreimbder in Oberbruck residiert, der 1594 geborene Neidhardt sei zum hohen Beamten in verschiedenen Positionen aufgestiegen.

1625, nach der Einverleibung der Oberpfalz ins katholische Bayern, habe der Protestant Oberbruck verlassen müssen und das Filchendorfer Schloss in der lutherischen Markgrafschaft Bayreuth erworben. 1662 seien Neidhardt und seine Frau verstorben und gemäß einer Abmachung mit dem evangelischen Pfarrer von Neustadt am Kulm in der Stadtkirche beigesetzt worden. Das Epitaph schmücken Pfreimbders Sporen und sein (zurzeit in Kemnath ausgestellter) Degen mit Widmungsinschrift des Schwedenkönigs Karl X. Gustav, der von 1654 bis 1660 regiert. Dieser war ein Wittelsbacher der protestantischen Pfälzer Linie Zweibrücken-Kleeburg und einer der herausragenden Feldherren der schwedischen Armee im Dreißigjährigen Krieg (www.oberpfalznetz.de, Netzcode 4344824). (bjp)
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