Aus jedem Spiel lernen

SpVgg-SV-Trainer Tomás Galásek hat in der Vorbereitung viele positive Ansätze bei seiner Mannschaft gesehen. Der Ex-Bundesligaprofi glaubt fest daran, dass sein Team in der neuen BayernligaSaison eine gute Rollen spielen kann. Bild: A. Schwarzmeier

Die SpVgg SV Weiden hat in den vergangenen Jahren erfolgreich Fußball gespielt. Bewährtes über den Haufen zu werfen, kommt für Tomás Galásek nicht in Frage. Der Neu-Trainer will jedoch Kleinigkeiten ändern, Stellschrauben drehen. Welche dies sind, verriet der Ex-Profi kurz vor dem Saisonstart am Samstag um 18 Uhr daheim gegen den Würzburger FV.

Herr Galásek, vor knapp vier Wochen haben Sie die SpVgg SV Weiden als Trainer übernommen. Wie haben Sie sich bei Ihrem neuen Verein eingelebt?

Galásek: Es ist im Großen und Ganzen so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich fühle mich sehr wohl hier. Es ist schön, dass sich für mich die Vereinsfarben nicht geändert haben. Ich war ja zuletzt Juniorentrainer beim FSV Erlangen-Bruck, auch dort sind die Trikots schwarz-blau.

Die Vorbereitungszeit ist vorbei. Worauf haben Sie in den letzten Wochen den Schwerpunkt gelegt?

Galásek: Wir haben intensiv trainiert. Das Laufen gehört dazu, aber wir machen das alles mit dem Ball. Und natürlich haben wir uns gegenseitig kennengelernt.

Welchen Eindruck haben Sie von Ihrem Kader. Wo sind die Stärken, wo die Schwächen?

Galásek: Ein Vorteil ist, dass die Mannschaft über eine gute Kompaktheit verfügt. Das fängt in der Verteidigung an. Allerdings darf es da keine Ausfälle geben, die wären nur schwer zu ersetzen. Mir gefällt es, dass wir von hinten heraus das Spiel aufbauen, Fußball spielen wollen. Im Angriff haben wir Qualität. Steigerungsfähig sind wir im Mittelfeld, da müssen wir weiter am Zweikampfverhalten arbeiten. Die Spieler geben aber keinen Ball verloren, das macht mich optimistisch.

Mit Peter Schecklmann, Thomas Schneider und Friedrich Lieder hat die SpVgg SV wichtige Mittelfeldspieler verloren. Ein Manko?

Galásek: Wenn Leistungträger weg sind, ist das immer schwierig. Aber wir arbeiten daran, uns im Mittelfeld gut aufzustellen. Ich bin der Meinung, dass jeder Spieler fähig sein muss, mehrere Positionen auszufüllen. Stefan Graf hat zuletzt nicht im Angriff, sondern im defensiven Mittelfeld gespielt. Wenn er es schafft, diese Position anzunehmen, sind wir einen Schritt weiter. Oder auch Michael Riester. Er ersetzt derzeit Thomas Wildenauer als linker Außenverteidiger. So muss es sein. Außerdem haben wir noch Rafael Wodniok. Wenn er wieder fit ist, dann ist der Konkurrenzkampf noch größer.

Die SpVgg SV verfolgt die Philosophie, dem eigenen Nachwuchs in der Bayernliga eine Chance zu geben. Wie weit sind die von den A-Junioren aufgerückten Spieler?

Galásek: Junge Spieler müssen das Gefühl haben, dass sie eine echte Chance erhalten, auch wenn sie momentan nur Ersatz sind. Wenn sich die Situation ergibt, müssen sie aber vorbereitet sein, ihre Chance nutzen. Wir haben talentierte junge Fußballer. Sie müssen aber Geduld aufbringen und daran arbeiten, sich weiterzuentwickeln.

Ein Wort zu den Neuzugängen: Mit Thomas Mallette und Josef Rodler sind kurzfristig zwei offensiv orientierte Spieler zum Aufgebot gestoßen ...

Galásek: Thomas kann für uns eine Verstärkung sein. Das hat er beim 2:0-Pokalsieg gegen Forchheim bewiesen. Er ist technisch stark, schnell, beweglich. Josef ist einer, der Körpereinsatz zeigt, einen Drang zum Tor hat. Beide werden uns weiterhelfen.

Die Weidener Fans sind gespannt, ob sich die Spielweise verändern wird. Wie würden Sie Ihre Auffassung vom Fußball beschreiben. Eher defensiv, mehr offensiv?

Galásek: Ich bin durch meine Zeit bei Ajax Amsterdam von der holländischen Schule geprägt. Da steht der Offensivfußball im Vordergrund. Der Erfolg beginnt aber damit, wie eine Mannschaft verteidigt. Wenn wir in der Lage sind, hinten die Null zu halten, dann haben wir einen Vorteil. Denn vorne sind Ralph Egeter oder Christoph Hegenbart immer in der Lage, Tore zu schießen. Ich will nicht das System ändern, das sich unter Christian Stadler bewährt hat. Wir müssen aber aus jedem Spiel lernen, wie wir uns weiter verbessern können. Jeder muss bereit sein, kleine Dinge zu verändern, um erfolgreich zu sein.

Mit Viktoria Aschaffenburg und dem FC Amberg sind die stärksten Mannschaften aufgestiegen. Die Bayernliga Nord verspricht in der Saison 2015/16 sehr ausgeglichen zu werden. Was trauen Sie Ihrem Team zu?

Galásek: Ich habe in den Testspielen viele gute Dinge gesehen. Wir können dagegenhalten, haben Potenzial und Selbstvertrauen. Und was wichtig ist: Die Spieler wollen den Erfolg. Deshalb glaube ich, dass die SpVgg SV Weiden irgendwo oben in der Tabelle mitspielen kann.
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