Aus Wiese wird Super-Park

Rasen, Bäume, marode Straße - der Stadtpark bietet wenig Schönes. Bild: swt

1,5 Millionen Euro sollen Sanierung und Neugestaltung des Stadtparks kosten. Eine stolze Summe, die die Stadträte am Mittwoch in ihrer Sitzung erst einmal kurz schlucken ließ.

Auch wenn es sich um eine fünf Hektar große Fläche handelt und eine Förderung von der Regierung der Oberpfalz mündlich zugesagt ist - es bleibt ein großer Brocken, der da auf den städtischen Haushalt zukommt.

Von Planung begeistert

Dennoch zeigten sich die Räte von der Planung begeistert, die Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch am Mittwoch vorstellte. Zwar werden einzelne Abschnitte noch getrennt zu diskutieren sein, doch das Gesamtkonzept überzeugte die Räte.

Fetsch will den brachliegenden Gras- und Baumbestand, der auch optisch nicht viel hergibt, in einzelne Rasenflächen mit jeweils besonderer Bedeutung umwandeln. So soll der bisherige Spielplatz zweigeteilt werden und in einen Kleinkindbereich sowie einen Aktionsbereich für Jugendliche umgewandelt werden. Verschiedene Modelle aus Holz oder Stahl, Kletterfelsen, Seilbahn und Wasser sind die herausragenden Elemente des Letzteren, während der Kleinkindbereich mit Naturmaterial oder Themenbereichen gestaltet werden kann.

Pergolen an beiden Spielplätzen laden zum Sitzen und Verweilen ein. Die nächste Abteilung ist eine weitläufige Rasenfläche mit einer Bühne in der Mitte. Die offene Gestaltung lässt den Blick in alle Richtungen des Parks zu, vor der Bühne mit 120 Quadratmeter Nutzfläche besteht die Möglichkeit, bis zu 1900 Stühle für Veranstaltungen vorzubereiten.

Der dritte Bereich im Westen des Areals soll den Senioren vorbehalten sein, in Anbindung an die geplante "Vitale Vorstadt". Ein Senioren-Aktivparcours, Sitzplätze und ein Schachfeld sollen zur Freizeitbeschäftigung einladen.

Begrenzt werden die Flächen durch pflegeleichte Bepflanzungen mit wechselnden Gräsern oder Stauden. Die unansehnliche Hecke soll durch Gabionen mit Natursteinen ersetzt, die marode Straße könnte durch eine Pflasterung aufgewertet werden.

Fetsch rechnet mit 50 bis 60 Prozent Förderung, wobei dann aber immer noch 700 000 Euro bei der Stadt an Kosten hängen bleiben würden.

Dr. Edmund Goß (SPD) bat deshalb auch, die Gestaltung gut zu überlegen, da es sich um eine relativ hohe Summe handle. Er erachtete die Bühne nicht unbedingt für notwendig, sondern wollte Konzerte oder andere Events lieber in der Innenstadt sehen. Bürgermeister Joachim Neuß erklärte, dass eine Bühne optional sei, man aber den hohen Aufwand für Veranstaltungen in der Innenstadt bedenken müsse. Bernd Scheller von den Grünen vermisste bei der Planung den Integrationsgedanken, um Jung und Alt zusammen zu bringen. Er wünschte sich keine räumliche Trennung von Senioren und Kinderbereich.

Element Wasser

Neuß und Fetsch erklärten, dass Omas mit Kindern auf den Spielplatz gingen und dann keine Möglichkeit hätten, selbst aktiv zu werden. So mache eine gemeinsame Anlage wenig Sinn. Die Seniorenanlage im Westen sei auch den angrenzenden Seniorenheimen und der geplanten Vorstadt geschuldet.

Herbert Appl (CSU) befand die Planung für sehr gut, meinte aber, dass zu viel überplant sei. Eine Freilichtbühne wünschte er sich an der Helmut-Ott-Halle.

Josef Lehner (CUU) vermisste das Element Wasser im vorgestellten Modell. Dieses werde aber mit eingebaut, so der Planer. Offene Türen rannte Fetsch bei Holger Eckert (FW/AA) ein. Mit deren kürzlich vorgelegtem Spielplatzkonzept ginge die Planung konform. "Das wird eine Begegnungsstätte für Jung und Alt."

Eine praktische Anfrage hatte Martin Weiß, ebenfalls Freie Wähler. "Wie sieht es mit der Kostenumlage für die Anlieger aus?" Der Bürgermeister und der Planer meinten, lediglich für einen kleinen Gehstreifen an der neuen Straße müsse mit Umlagen gerechnet werden.

Mit Stadtratsbeschluss vom 25. Februar waren die Fetsch-Landschaftsarchitekten mit der Planung für die Neugestaltung des Stadtparkes,einschließlich Stadtweiher beauftragt worden. Aufgrund der Empfehlung der Regierung wurde aber nun nur der Park überplant. Nach Abschluss der Grundlagenerhebung und Vermessung hat das Büro die Planung einschließlich der Varianten ausgearbeitet und am 15. Juli 2015 bereits dem Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss vorgestellt.

Einstimmig befürwortet

Der Stadtrat befürwortete nun einstimmig die vorgestellte Planung. Die Verwaltung wird beauftragt, die Zuwendungsmittel zu beantragen und die Finanzierung auszuarbeiten. Die Fetsch Landschaftsarchitekten erhalten den Auftrag, das Projekt weiterzuführen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.