Ausbau wesentlich teuerer

Risse und ein Flickwerk: Bei der Straße Hohentreswitz-Aspachmühle genügt eine oberflächliche Reparatur nicht mehr. Bild: Völkl

Seit acht Jahren soll die Gemeindeverbindungsstraße Aspachmühle-Hohentreswitz ausgebaut werden. Jetzt wird das Projekt realisiert. Mittlerweile ist es allerdings etwa doppelt so teuer.

Pfreimd. (cv) Schon unter Altbürgermeister Albert Maier war es im Stadtrat erklärtes Ziel, die Straße auszubauen. Doch im Etat blieb sie Jahr für Jahr auf der Strecke. Im Haushalt 2015 setzte sich der Stadtrat das Ziel, die Maßnahme nun anzupacken. Bürgermeister Richard Tischler informierte das Gremium in der letzten Sitzung jedoch darüber, dass sich inzwischen die Richtlinien geändert haben und die Preise gestiegen sind. Nun ist die Breite auf 4.50 Meter manifestiert, werden in Teilen Leitplanken vorgeschrieben. War man bisher von einer Summe in Höhe von rund 400.000 Euro ausgegangen, so liegt sie nun bei rund 730 000 Euro. Abzüglich der Förderung muss die Kommune unterm Strich rund 400.000 Euro locker machen.

Neue Ausgangslage

Bürgermeister Tischler brachte den Straßenausbau - seiner Meinung nach ein wichtiger Bypass zwischen Hohentreswitz und Nabburg - angesichts der neuen Dimension nochmals zur Sprache. Laut Verwaltungsleiter Bernhard Baumer wurde auch über die Bildung von Ausbauabschnitten nachgedacht, doch dann würde mehrfach die Baustelleneinrichtung zu Buche schlagen.

Stadtrat Mirko Hägler warf ein, dass es sich bei den neuen Anforderungen an den Streckenausbau um Richtlinien und nicht um gesetzliche Vorschriften handle. Die Stadt könne sich auch mit großflächigen Reparaturen begnügen, erwiderte Bernhard Baumer, doch dann gebe es keine Fördermittel. Reparaturen verglich er mit Schminke. 200.000 Euro wären schnell weg wie nichts und man habe nur eine mittelfristige Lösung.

Stadtrat Rupert Schichtl räumte ein, dass die Summe "weh tut", doch man solle den Ausbau nun realisieren. Norbert Auer plädierte für eine kompetente Prüfung des Ist-Zustands, bevor 700 000 Euro ausgegeben würden. Eventuell genüge ein Abfräsen der Deckschicht und eine Reparatur in Abschnitten - je nach Priorität. Verwaltungsleiter Bernhard Baumer gab zu bedenken, dass teilweise "nichts mehr da ist, um zu fräsen". Nicht umsonst habe man der Maßnahme bereits im Jahr 2007 Priorität eingeräumt. Der Ausbau sei dann Jahr für Jahr wegen wichtiger Objekte wie der Drehleiter geschoben worden. Bürgermeister Tischler plädierte für eine Entscheidung, da der Förderantrag zu stellen sei. Günther Strehl war gespalten: Der Ausbau sei den Bürgern zugesagt worden, andererseits werde es auch heißen "700.000 Euro für so ein Straßerl". Für Petra Stubenvoll, Klaus Summer und Dr. Johanna Mertins stand fest, dass man Wort halten müsse und der Bau nicht mehr geschoben werden könne. "Es wird nur noch teurer", so Dr. Mertins.

Auf Förderung verzichten?

Ganz anders die Ansicht von Kathrin Zuber. Die Stadt solle auf die Fördermittel verzichten und den Ausbau nicht so aufwendig gestalten. Dann komme man unterm Strich mit 400.000 Euro oder sogar weniger aus. Bernhard Baumer und Stadtrat Thomas Armer - von Beruf Kraftfahrer - gaben zu bedenken, dass die landwirtschaftlichen Fahrzeuge immer breiter würden. Gegen die Stimmen von Kathrin Zuber, Norbert Auer und Hans Müller wurde der Ausbau mit 732.000 Euro beschlossen.
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