Ausbildung ohne US-Uniform

Klaus Lehl (von links), Christina Müller, Susanne Bartsch, Hans Dumbach, Werner Stein und Ulrike Pfosch stellten das neue Ausbildungsprogramm der US-Armee-Garnison Bavaria vor. Vier Stellen werden zum 1. September angeboten. Christina Müller berichtete dabei von ihren Erfahrungen als Azubi bei der Armee. Bild: mor

Die US-Armee legt ein neues Ausbildungsprogramm auf. Nach vier Jahren Pause bietet sie drei Auszubildenden im Handwerks- und Verwaltungsbereich und erstmals einem Studenten für Betriebswirtschaft im Dualen Studium eine Zukunftschance.

Grafenwöhr. (mor) Die Personalfachleute der Garnison und Betriebsvertretung erläuterten das Programm, dass für "Local Nationals" (deutsche und EU-Bürger) gilt. Es sei eine "Investition in eine junge, gut ausgebildete, flexible und zukunftsorientierte Belegschaft", umschreibt Ulrike Pfosch, die Chefin der Personalplanung in der US-Armee-Garnison Bavaria, das neu aufgelegte Programm.

Die Führungsmannschaft um den Garnisonskommandeur habe sich entschlossen, diesmal ein Programm ohne Förderung des Freistaates, rein aus US-Haushaltsmitteln finanziert, aufzulegen, unterstreicht Pressereferentin Susanne Bartsch.

Gute Übernahmechancen

"Fifty over Fifty", 50 Prozent der Beschäftigten bei der US-Armee sind über 50, berichtet Hans Dumbach. Laut dem Referenten für Personalentwicklung, haben die neuen Azubis angesichts der derzeitiger Personal-Altersstruktur ähnlich wie im vorherigen Ausbildungsprogramm eine gute Chance auf eine Übernahme. Klaus Lehl, der Vorsitzende der Betriebsvertretung (BV) der Garnison, wertet das neue Programm als ein Zeichen des Arbeitgebers für ortsansässige junge Leute. Es trage zur Verjüngung der Belegschaft bei und sei "ein gutes Signal für die US-Armee, den Standort und die Region", begrüßt er die Maßnahme.

Von 1998 bis 2011 lief das alte Programm, bei dem 79 Lehrlinge die Ausbildung abgeschlossen haben, 73 hat die US-Armee weiterbeschäftigt. Sie seien in Abteilungen der Handwerks- und Servicebereiche in Grafenwöhr und Vilseck eingesetzt und verrichteten hervorragende Arbeit, bestätigt Diplom-Ingenieur Werner Stein. Wie der Leiter der Elektroabteilung weiter ausführt, haben alle Ausbilder die notwendigen Befähigungen. Die US-Armee gelte als ein von der IHK zertifizierter Ausbildungsbetrieb.

Unterricht an Berufsschule

Die Ausbildung im eigenen Hause erfolgt nach dem deutschen Berufsbildungsgesetz und der Ausbildungsverordnung, der Unterricht erfolgt an deutschen Berufsschulen und Ausbildungseinrichtungen. Als einen Vorteil erachten die Verantwortlichen den Einstieg am Ausbildungsplatz in US-spezifische Systeme, wie die Buchhaltung und den Umgang mit militärischen Strukturen.

Das bestätigt auch Christina Müller. Die 25-jährige Weidnerin absolvierte bei der US-Armee die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation und Fremdsprachenkorrespondenz. Mittlerweile hat sie verschiedene Zertifizierungen erworben und ist in der Personalabteilung der Garnison als Assistentin für Personalentwicklung eingesetzt. Müller schätzt das gute Betriebsklima mit passenden Umfeld und interessanten Aufgaben. Sie hält ihren Arbeitsplatz für sicher und kann jungen Leuten das Ausbildungsprogramm der U.S. Army bestens empfehlen.
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