Ausgang noch völlig offen

In Waldsassens Nachbarstadt Eger/Cheb - im Bild der Blick von der Židovská (ehemalige Judengasse) auf die Nikolauskirche - dauert es ungewöhnlich lang, bis ein Bürgermeister gewählt wird. Er wird aus den Reihen des Stadtparlaments gewählt. Die 30 Sitze dort verteilen sich auf sieben Parteien. Bild: gjb

Mit der Wahl des Bürgermeisters von Waldsassens Nachbarstadt Eger dauert es inzwischen länger als bei mancher Papstwahl in Rom. Die Koalitionsverhandlungen sind noch immer ohne Ergebnis.

An den Kommunalwahlen am 10 und 11. Oktober beteiligten sich nur 32,15 Prozent der Bürger von Cheb. Es kam zu erheblichen Veränderungen im Stadtrat: Die 30 Sitze verteilen sich nun auf sieben Parteien. Anders als in Deutschland gibt es in Tschechien keine Direktwahl des Bürgermeisters. Dieser wird von den Stadträten gewählt. Die Entscheidung lässt diesmal ungewöhnlich lange auf sich warten.

Vier Mandate für ODS

Die lokale Wählervereinigung Alternativa - mit Miroslav Plevný als Spitzenkanditat - gewann 6 Mandate und wurde damit schon zur stärksten Fraktion. Fünf Sitze im Stadtrat gewannen die Sozialdemokraten (CSSD) mit Bürgermeister Pavel Vanousek und Vizebürgermeister Vladimir Hartmann. Ebenfalls je fünf Stadträte kommen aus den Reihen der neu gegründeten Partei ANO und von den Kommunisten (CSSD). Die Bürgerpartei (ODS) des Vizebürgermeisters Michal Pospísíl, des ehemaligen Bürgermeisters Jan Svoboda und des stellvertretenden Búrgermeisters Tomás Linda hat nur noch vier Mandate. Die Wählervereinigung Koalice pro Cheb (Koalition für Eger) gewann drei Sitze und die Strana Svobodých Obcanu (Partei freiheitlicher Bürger) stellt zwei Stadträte.

Bereits Vizebürgermeister

Es wurde erwartet, dass es zu einer Koalition von Alternativa, den Sozialdemokraten und ANO kommen würde - mit 16 Mandaten eine ausreichende Mehrheit. Als künftiger Bürgermeister wurde bereits Doc. Dr. Ing. Miroslav Plevný angesehen. Er ist Dekan an der nach Cheb ausgelagerten Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Unversität Pilsen und konnte bereits in der vorletzten Wahlperiode als Vizebürgermeister politische Erfahrungen sammeln.

Inzwischen wird bezweifelt, ob Dr. Plevný noch als künftiger Bürgermeister zur Verfügung steht. Denn es kam nicht zu der erwarteten Koalition. Es ist momentan immer noch völlig offen, welche Parteien sich zusammenschließen werden und wer Bürgermeister, bzw. Vizebürgermeister werden soll.

Höhere Beteiligung

Während in Cheb die Wahlbeteiligung nur gering war, gingen in Franzensbad (Frantiskovy Lázne) 53,86 Prozent der Bürger zur Wahl. Denn der bisherige Bürgermeister war sehr umstritten. Neues Stadtoberhaupt wurde Otakar Skala von der Wählervereinigung PRO.
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