Ausgestaltung von liturgischen Feiern und Hochfesten wie in alten Zeiten
Mit dem Kirchenschiff zurückgerudert

Pfarrer Markus Schmid informierte die Expositurgemeinde über einige Änderungen und Neuigkeiten. Bild: hch
"An Heiligabend um 16 Uhr wird es keine Kinderchristmette und keine Eucharistiefeier mehr geben", erklärte Pfarrer Markus Schmid der Expositurgemeinde. Seine Information erzeugte zunächst gemischte Gefühle und kontroverse Meinungen.

Hubert Schuller, der die Kinderchristmette vor Jahren eingeführt hatte, sagte: "Bei uns wurde Christi Geburt am 24. Dezember gefeiert." In anderen Ortschaften sei dies genauso. Schmid lag die Glaubwürdigkeit der liturgischen Feierzeiten am Herzen. Bei den zunehmend vorverschobenen Kinder-Christmetten, die am besten besucht seien, verkämen die Verkündungstexte zu Worthülsen. Er stellte dar, was die christlichen Hochfeste ausmacht.

"Nicht Weih-Nachmittag"

"Die Christmette ist der Mitternachtsgottesdienst in der Christnacht", definierte der Geistliche. Die "Mette" solle die Mitternacht umfassen. Die lateinische Bedeutung für Mette sei Ende, Grenze, Wende- oder Ausgangspunkt. "Mitten in der größten Finsternis kommt Jesus und macht unser Leben hell. Darum ist diese Nacht Jesus Christus geweiht und wir feiern Weih-Nacht-en, nicht Weih-Nachmittag oder Weih-Spätabend ."

Für die Entstehung des Weihnachtsfests habe der 25. Dezember, das Datum der Wintersonnenwende starke symbolische Bedeutung. Die Nacht-Zeit spiele für die Theologie der Geburt Jesu eine wichtige Rolle. Die Angabe, dass die Hirten auf den Feldern Nachtwache hielten, sowie die Worte von der "Mitte der Nacht" seien ein Symbol für die Mitternacht.

Sie sei zugleich die Zeit der Gottferne und der Rettung, da die Ankunft des Bräutigams unmittelbar bevorstehe ("Christus, der Retter ist da"). Früher habe man bewusst die Nacht der Wintersonnenwende gefeiert. Diese "längste Nacht des Jahres" sei ein Zeichen für die Wende, da nach Mitternacht die Tage wieder länger würden. Für Christen gelte die Nacht als Zeichen für die Finsternisse des Lebens, was sich auch in den Texten der Lieder widerspiegle.

Eines von Schmids Beispielen aus dem Gotteslob 227,4: "Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht entströmt der Nacht. Nun obsiegt kein Dunkel mehr." Er berichtete, dass es in Erbendorf bald einen Kino-Gottesdienst gäbe und zitierte Pater Dominik Daschner: "Wie wir unseren Glauben feiern und wie wir davon reden, hat überdies Auswirkungen auf unseren Glauben selbst." In der Gesprächsrunde kamen die Teilnehmer überein, dass in Zukunft die Krippenfeier ohne Messe stattfindet, ohne die zusätzlichen Leistungen des Ortsgeistlichen, Pfarrer i. R. Hubert Feichtmeier, einzuschränken.
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