Ausgleich in der Nachspielzeit

Michael Riester (rechts) behält den Überblick: Der Außenverteidiger zeigte beim Weidener 2:2 in Regensburg nicht nur eine starke Leistung, sondern übernahm auch Verantwortung. Er verwandelte in der 41. Minute einen Foulelfmeter zum wichtigen Anschlusstreffer. Bild: A. Schwarzmeier

Die SpVgg SV Weiden hat ein fast schon verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen. Bis zur dritten Minute der Nachspielzeit lag der Gast im Oberpfalzderby beim SSV Jahn Regensburg II hinten. Dann traf Josef Rodler - und urplötzlich hieß es 2:2.

Weiden. (af) 93 Minuten lang hatte der Neuzugang aus Hof so gut wie keine Torchance. Dann war der 21-Jährige dennoch zur Stelle und lochte zur Weidener Glückseligkeit ein. Aus solchem Holz müssen Torjäger geschnitzt sein. 2:2 - es ist ein Unentschieden, das sich so gut wie ein Sieg anfühlt. "Die Jungs haben Moral gezeigt und an sich geglaubt", strahlte Tomás Galásek nach dem Schlusspfiff. "Das war ein wichtiger Punktgewinn." Doch bei aller Freude wusste der Weidener Trainer auch, dass der bittere Kelch einer Niederlage nur knapp an seinen Schützlingen vorübergegangen war. "Wenn wir verloren hätten, dann wegen unserer schlechten ersten Halbzeit."

Schwache erste Hälfte

In der Tat haben die Schwarz-Blauen schon lange keine so schwachen 45 Minuten gespielt wie vor der Pause. Der Gastgeber ergriff sofort die Initiative und drängte die Nordoberpfälzer in die Defensive. Während der Jahn Biss zeigte und die Zweikämpfe suchte, standen die Weidener zu oft viel zu weit weg von ihren Gegenspielern. Zudem erschwerten unnötige Ballverluste ein konstruktives Aufbauspiel. Ein Fehlpass im Mittelfeld führte auch prompt zum 1:0: Michael Faber schnappte sich den Ball, drang in den Strafraum ein und vollendete unbedrängt aus 14 Metern zum 1:0 ins untere Toreck (10.)

Die Rot-Weißen blieben am Drücker, gingen trotz der Hitze ein hohes Tempo. Bei einem Anspiel in den Weidener Strafraum ließ Stefan Graf seinen Gegenspieler aus den Augen, Kevin Hoffmann wuchtete das Leder aus spitzem Winkel zum 2:0 ins Netz (28.). Eine Vorentscheidung? Fast schien es so. Die Heimelf gab weiter Gas, während Weiden viel zu passiv agierte. "Wir hatten keine Ordnung im Spiel", gab Galásek zu. "Der Gegner hätte auch 3:0 oder 4:0 führen können."

Stattdessen beschränkte sich die Regensburger Führung zur Pause auf lediglich einen Treffer. Geschuldet war dies einer unmotivierten Attacke von Thomas Hierlmeier gegen Josef Rodler im Strafraum. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Michael Riester sicher zum 1:2-Pausenstand (41.) aus Weidener Sicht.

Nach dem Wechsel präsentierte sich der Gast um einiges aufgeweckter als noch in Durchgang eins. Dennoch dauerte es bis zur 62. Minute, ehe Christoph Hegenbart und Michael Busch bei einer Doppelchance den Ausgleich auf dem Stiefel hatten. Während den bei Kontern immer gefährlichen Jahn-Akteuren allmählich die Kräfte schwanden, legten die Schwarz-Blauen einen Zahn zu. Weiden hatte Lufthoheit im Regensburger Strafraum: Kopfbälle von zwei Mal Hegenbart (75./84.) und Andreas Wendl (87.) verfehlten jeweils nur knapp das Ziel, Johannes Scherm fand in der Latte seinen Meister (88.).

TSV Aubstadt kommt

In der fünfminütigen Nachspielzeit wendete sich das Blatt doch noch zugunsten der alle Kräfte mobilisierenden Weidener: Martin Schuster schlug den Ball in den Strafraum, Rodler nahm die Vorlage gekonnt an, drehte sich und schob zum umjubelten Unentschieden ein. Mit nunmehr vier Punkten belegt die SpVgg SV Tabellenrang vier und freut sich auf ein Schlagerspiel: Am Samstag um 18 Uhr gastiert der zweitplatzierte TSV Aubstadt im Sparda-Bank-Stadion.
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