Ausstellung erinnert ans Leben damals, Leihgaben verleihen Geschichte ein Gesicht
Als der Krieg nach Rieden kam

Ortsheimatpfleger Hubert Haas, der auch Vorsitzender des Heimatvereins ist, zeigt vor "zwei Feldgrauen des Ersten Weltkriegs" ein Bild der Brüder Stiegler aus Rieden, von denen Sebastian (links) vom 3. Fußartillerie-Regiment in Ingolstadt am 20. Juli 1916 in Frankreich fiel. Bild: sön
"Leben im Krieg" und "100 Jahre Erster Weltkrieg" ist die Ausstellung überschrieben, die Bürgermeister Erwin Geitner am Freitag, 3. Oktober, um 14 Uhr in der Mehrzweckhalle der Grundschule eröffnet. Im August jährte sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs, erläutert Ortsheimatpfleger und Vorsitzender des Heimatvereins, Hubert Haas: Aus diesem Anlass stelle er gemeinsam mit Heimatverein und Marktgemeinde die Folgen dieser verheerenden Politik für die Ensdorfer in der Ausstellung dar. Viele Exponate zeigen, wie sich das Leben der Zivilbevölkerung während des Krieges veränderte.

Ehemänner, Väter und Kinder zogen in den Krieg - und die Daheimgebliebenen mussten sehen, wie sie zurecht kamen. Bereits Ende 1914/Anfang 1915 wurden die Lebensmittel rationiert und je länger der Krieg dauerte, umso mehr Ersatzstoffe hielten Einzug im täglichen Leben. Aber auch die Schicksale der Soldaten thematisiert die Ausstellung. Der Anonymität der Namen auf den Kriegsdenkmälern werden Bilder und Dokumente hinzugefügt und so den Gefallenen eine Identität zurückgegeben. Bei vielen kann man sehen, wo sie gestorben sind. Die Ausstellung lebt nach den Worten von Hubert Haas von den vielen Leihgebern, die Bilder, Feldpostkarten, Ausrüstungsgegenstände und Uniformen zur Verfügung gestellt haben.

Zeitreise in Bild und Ton

Ab 16 Uhr können Besucher am Freitag zudem bei einer "Zeitreise Rieden" in Bild und Ton auf den Spuren dieses düsteren Teils deutscher Geschichte wandeln. Dabei soll der Opfer dieses Krieges, besonders aus den Gemeindebereichen des Unteren Vilstals, gedacht und daran erinnert werden, dass der Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Vor diesem Hintergrund wird auch ein Teil der bayerischen, deutschen und europäischen Geschichte in Erinnerung zu rufen. Die "Zeitreise Rieden" des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kreisverband Amberg-Sulzbach, unterstützt vom Bezirksverband Oberpfalz, wird ausgerichtet vom Heimatverein unter Mitwirkung der KSK Rieden.

Die Ausstellung ist am Freitag und Samstag, 3. und 4. Oktober, von 13 bis 19 Uhr, am Sonntag, 5. Oktober, von 10.30 bis 19 Uhr zu besichtigen. Am Montag, 6. Oktober, ist sie nochmals für Schulklassen geöffnet. Anmeldung und Info bei Hubert Haas (Tel. 01 78/2 66 63 52). Zur Ausstellung werden Kaffee, Kuchen, Wurstsemmeln, Brezen und Getränke angeboten.
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