Ausstellung "Gitterrock und Haubenfleck" im Freilandmuseum
Ganz in Schwarz zum Traualtar

Karen Görner-Gütling, Mitarbeiterin des Naturparks Fichtelgebirge, erklärt die Mode des 19. Jahrhunderts. Bild: gis
Das traditionelle Hochzeitskleid im 19. Jahrhundert war schwarz. "Schwarz war auch die Farbe des Festtagskleids der Urgroßmutter, zu dem Trägerrock, Schürze, weiße Bluse und Haube gehörten", erzählt Karen Görner-Gütling, Mitarbeiterin des Naturparks Fichtelgebirge. Aktuell zeigt der Naturpark im Freilandmuseum Grassemann die Sonderausstellung "Gitterrock und Haubenfleck". Alle Ausstellungsstücke sind Leihgaben des Oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlositz.

Hier kann sich der Besucher selbst ein Bild machen von der Mode der Urgroßmutter im nördlichen Fichtelgebirge und im Hofer Land. Der in dieser Region charakteristische Stoff für die Werktagsröcke bestand aus leinenen Kettfäden und Schussfäden aus Schafwolle. Dieses robuste Material war entweder farbig gestreift oder "gegittert". Variationen gab es unter anderem in Blau-, Violett- und Rottönen.

Die Schürzen des 19. Jahrhunderts waren breit und einfach verarbeitet. Junge Frauen dekorierten sie mit farbigen Bändern aus Seide, die vorn zu einer großen Schleife gebunden waren. Erst gegen Ende des Jahrhunderts erhielten die Schürzen aufgenähte schwarze Maschinenspitze, Zierborten und Faltenrüschen.

Männerkleidung ist in Nachlässen zwar häufig beschrieben, erhalten sind aber nur noch wenige Stücke, informiert Karen Görner-Gütling. Zu Traditionsabenden wurden Weste und Lederhose getragen.
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