Aussterben keine Lösung

Viele Flosser, auch aus den Dörfern, waren zum Workshop "Zukunft Floß" in den "Goldenen Löwen" gekommen.

Die Zeit verging wie im Flug. Die Teilnehmer waren überrascht, als Professor Lothar Koppers kurz vor 17 Uhr alle Arbeitsgruppen wieder zusammentrommelte. Die Ideen an diesem Nachmittag sprudelten.

Floß. (mic) Armin Betz, Fraktionssprecher der CSU/FL, und Rita Rosner, CSU-Ortsvorsitzende, waren sich einig: Der Workshop "Zukunft Floß" im "Goldenen Löwen" war ein voller Erfolg. Besonders freuten sie sich über die buntgemischte Runde, denn an den Tischen saßen Menschen aus den unterschiedlichsten Parteien, aus dem Markt und Flosser Land, Jung und Alt, Frauen und Männer.

Bevor es in die einzelnen Arbeitsgruppen ging, präsentierte Koppers einige Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Floß und Flossenbürg. Er hatte seinen Vortrag mit "Quo vadis Flozzun? Oder: Aussterben ist auch keine Lösung" überschrieben. Seine Studie machte deutlich, dass die Einwohnerzahlen in den kommenden Jahren dramatisch zurückgehen werden. 1950 hätten in Floß und Flossenbürg insgesamt 7269 Menschen gelebt, 1987 waren es 5600 und 2014 gar nur 4995. Die Prognosen sind erschreckend. Wenn sich nichts ändert, haben die Orten 2030 zusammen nur noch 3000 Einwohner.

"Was können wir dagegen machen?", fragte der Experte in die Runde. Die Situation lässt nur eine Antwort zu: "Wir müssen um die Einwohner anderer Orte kämpfen und die Menschen, die hier wohnen, stärker binden." Floß habe einen funktionierenden Kern und Siedlungsgebiete. Auch das Potenzial der vielen Einpendler, die beispielsweise bei der Firma Nexans arbeiten, könne genutzt werden. Koppers forderte die Teilnehmer auf: "Denken Sie anders!"

Dann entschied das Zufallsprinzip, wer mit wem in welche Arbeitsgruppe kam. Reinhard Pausch (Gruppe I) kümmerte sich um die Gemeindeentwicklung, Spediteur Thomas Sommer (Gruppe II) um Wirtschaft, Gewerbe und Arbeitsplätze, und auf der Liste von Apotheker Heinrich Güntner (Gruppe III) stand die Grundversorgung. Jede Gruppe hatte 30 Minuten Zeit, zum jeweiligen Thema Meinungen und Ideen zu sammeln. Jeder Gedanke wurde auf einen Zettel geschrieben und an eine große Schautafel gepinnt. Die Stoffsammlung brachte folgendes Ergebnis:

Gruppe I

Attraktive Bauplätze, nicht nur auf der Ziegelhütte, Vermittler für Bedarf und Bestand, ins Städtebauförderprogramm einsteigen, Denkmalschutz lockern, Ortsmarketing mit positiver Außenwerbung für den Ort, Wohnungssuche in Floß nicht leicht, gute Bücherei, Plattform für Vermieter, Dorfgemeinschaften stärken, geringe Entfernung nach Weiden. Was hat Irchenrieth, was Floß nicht hat?

Gruppe II

Gediegenes Tagescafé, Liefer- und Fahrservice für ältere Menschen oder junge Leute (Disco), alternative Nutzung für die Schule, verbessertes Kultur- und Freizeitangebot, Vereinskartell Floß/Flossenbürg, Ferienprogramm besser abstimmen, junges Wohnen im Ort, Bachgasse als schöner Wohnbereich, Mühlpaint besser nutzen, Neubürger gewinnen, Geschäfte im Ort halten, Bauernmarkt am Marktplatz, Parkplätze und Verkehrsberuhigung auf einen Nenner bringen.

Gruppe III

Gewerbegebiet beim Kreisverkehr, Schwerlastverkehr aus dem Ort, Leerstände, Umgehungsstraße, gutes Breitbandnetz, Ortskümmerer für das Gewerbe, Bestand sichern ("Was ist, wenn es den Beierschmied nicht mehr gibt?")

"Sie haben sehr viel auf die Beine gestellt", lobte Koppers. "Es ist sehr sachlich diskutiert worden." Der positiven Bilanz schloss sich Fraktionssprecher Betz an: "Vielen Dank für die aktive Gestaltung. Es ist viel eingebracht worden." Die Ideen würden in die Arbeit im Marktrat mit einfließen.
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