Bach oder Mückenzucht?

Ein Entwässerungsgraben, der sogenannte Franzosengraben, durchzieht die Au-Siedlung. Teilweise ist er überbaut. Anlieger Josef Scheuerer würde ihn auf seinem Grundstück gerne komplett verrohrt sehen. Bild: Völkl

Ein paar Meter Entwässerungsgraben in der Au-Siedlung verrohren - was so einfach klingt, ist mit Problemen behaftet.

Wernberg-Köblitz. (cv) Auf Wunsch von Markträtin Marianne Schieder wurde der Antrag eines Anliegers, ein Stück des Franzosengrabens zu verrohren, aus dem nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Marktratssitzung verlegt.

Nur Entwässerungsgraben

Schieder sagte auch warum: Das Wasserwirtschaftsamt pocht darauf, dass der Franzosengraben als vermeintliches Gewässer dritter Ordnung in seiner Natürlichkeit erhalten bleibt. Der Graben sei jedoch kein Bach, sondern ein reiner Entwässerungsgraben, der Anliegern wie Josef Scheuerer Probleme bereite und die Gestaltung von Grundstücken einschränke. Laut Marktrat Gerhard Bäumler sprächen manche Anwohner von "einer Kloake, einer Mückenzuchtanlage".

Bürgermeister Georg Butz hingegen sah in der Verrohrung mehrere Probleme: Das Wasserwirtschaftsamt verlange bis dato bei einer Verrohrung, dass der Graben, in den auch Dachrinnenwasser geleitet wird, dann in den äußeren Bereich der Siedlung gelegt werde. Für den Markt berge eine Verrohrung das Problem, dass der Graben kaum Gefälle aufweise, das Wasser und Sediment stehen bleibe und folglich regelmäßig gespült werden müsse. Dazu müssten Einlaufschächte auf Privatgrund gebaut werden und auch zugänglich sein. Einfacher zu unterhalten und für die Kommune kostengünstiger sei ein offener Graben. Marianne Schieder betonte, dass sie das Thema öffentlich machen wollte, um ein Umdenken beim Wasserwirtschaftsamt zu erreichen. Auf kommunaler Ebene sind die Fragen des Unterhalts zu klären. "Das wird noch schlimmer und modert", gab Anton Kummert bei einer Verrohrung zu bedenken.

Umsetzbarkeit erörtern

Der Marktrat verständigte sich auf Vorschlag des Bürgermeisters darauf, das Thema zu vertagen, das Bauamt hinzuziehen und zu klären, wie und mit welchem Für und Wider die Maßnahme technisch umsetzbar wäre.
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