Baltikum: Angst vor Russland

Das Geschehen in der Ukraine weckt auch in anderen Ländern der ehemaligen UdSSR Besorgnis: so in den baltischen Staaten, die sich 1991 die Unabhängigkeit von Moskau erkämpften.

In der Monatsversammlung der Reservistenkameradschaft skizzierte Walther Hermann deren Lage. Folge der sowjetischen Ära sei die Ansiedlung von Russen, die in Estland und Lettland einen Bevölkerungsanteil von etwa einem Drittel stellen. Die beiden Länder seien daher besorgt, dass Moskau unter dem Vorwand, die russische Minderheit zu schützen, militärisch eingreifen könnte. Hermann berichtete von der neuen Nato-Eingreiftruppe, die in den baltischen Staaten präsent sei und dort für Erleichterung sorge. Zu ihr gehörten bereits die Fallschirmjäger der Eschenbacher US-Partnereinheit.

"Nichtbürgerpass"

Unterschiedlich werde die Vergabe der Staatsbürgerschaft behandelt. Um einen Pass zu erhalten, müssten die in Estland und Lettland angesiedelten Russen eine Prüfung in der jeweiligen Sprache ablegen. Die Hälfte von ihnen verfüge daher nur über einen "Nichtbürgerpass" und dürfe nicht wählen oder im Staatsdienst arbeiten. In Lettland bestehe deshalb eine zweigeteilte Gesellschaft.

Als auffällig wertete Hermann eine Gruppe, die sich "Baltikum für Neurussland" nennt und Hilfsgüter für die Russen in Donezk und Luhansk sammelt. Der lettische Geheimdienst befürchte, dass junge Leute beim Trip in die Bürgerkriegsregion radikalisiert werden und später im Baltikum für Unruhe sorgen könnten.
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