Barockes Kleinod strahlt im neuen Glanz

Unterhalb des 792 Meter hohen Ahornbergs steht in Marchaney die Kirche St. Jakobus mayor mitten auf der "grünen Wiese". Ein Kleinod, das oft als eines der schönsten Barockbauwerke bezeichnet wird. Der Abschluss der vierjährigen Restaurierung wird am Wochenende mit dem Jakobifest gebührend gefeiert. Bilder: Grüner
 
Nicht nur technisch wurde die Kirche auf Vordermann gebracht. Auch die Raumausstattung erfuhr eine grundlegende Aufhübschung.

Was anfänglich als Renovierung gedacht war, endete fast als Generalsanierung. Über eine halbe Million Euro hat die Kirchengemeinde Schwarzenbach investiert, um die St. Jakobus Kirche technisch und kosmetisch auf Höhe der Zeit zu bringen.

Kirchenpfleger Willi Schicker und Mesner Siegfried Bauer sind voll des Lobes, wie die Handwerker der 14 beteiligten Firmen und der Kirchenmaler das barocke Kleinod aufgehübscht haben.

2007 wurden die ersten Planungen gemacht, 2011 begannen die Maßnahmen, aufgeteilt in zwei Bauabschnitte. Die Verzögerungen sind einem langen Genehmigungsverfahren geschuldet. "Das ist normal bei einer Nebenkirche", wissen Kirchenpfleger und Mesner. Marchaney ist eine Nebenkirche von Schwarzenbach und gehört jetzt zur Pfarrgemeinschaft Bärnau.

Der Hauptgrund, dass man überhaupt tätig werden musste, war die Feuchtigkeit, die sich im Mauerwerk festgesetzt und nach und nach immer mehr Schäden verursacht hatte. Das Problem war dabei, dass die Kirche unterhalb eines Abhangs steht. Immer wenn es regnet, schießt das Wasser auf dem abschüssigen Gelände herunter und sammelt sich vor der angebauten Sakristei.


13 Meter langer Wall

Damit ist jetzt Schluss. Ein gewaltiger Schutzwall leitet das ankommende Wasser links und rechts vorbei. Und verbleibendes Sickerwasser wird durch eine hochmoderne Drainage vom Mauerwerk der Kirche weggeleitet. Der 13 Meter lange Wall aus Beton ragt drei Meter tief ins Erdreich und ist an der Oberfläche mit großen Granitblöcken abgedeckt, was der Optik sehr gut zu Gesicht steht.

Eine weitere Großbaustelle war die Neueindeckung. Die Kirche ist ein Denkmal. Also konnte man nicht einfach einen neuen Dachstuhl aufbauen. Marode Balken der Fichtenholzkonstruktion wurden deshalb entnommen und durch neues Holz ersetzt. Als der Dachstuhl saniert war, wurde das Dach neu gedeckt. Mit Naturschieferplatten, wie es das Original vorschreibt. Der Blitzschutz wurde komplett und der Putz zu 90 Prozent erneuert, Mit speziellem Wischputz wurde der auf alt gemacht. Die Kirchenwände wurden neu getüncht. Bis alles erledigt ist, werden sich die Rechnungen auf etwa 540 000 Euro summiert haben. Zuschüsse gibt es vom Bistum (40 Prozent), von der Bayerischen Landesstiftung, vom Bezirk und von der Stadt Tirschenreuth, die mit der maximal möglichen Summe einsteigt,

Den Rest muss die Pfarrei Schwarzenbach schultern. "Da müssen wir schon auf das Ersparte zurückgreifen", sagen Bauer und Schicker. Weil die Gemeinde immer auf Ehrenamt gesetzt habe, habe man immer wieder Geld auf die hohe Kante legen können. Überhaupt sind der Mesner und der Kirchenpfleger mit ihrer Gemeinde sehr zufrieden, denn es sind auch schon einige Privatspenden für die Sanierung eingegangen.

Der Abschluss der Kirchenrenovierung wird mit dem Jakobifest gebührend gefeiert. Am Sonntag, 26. Juli, um 9 Uhr bewegt sich der Kirchenzug mit der Stadt- und Jugendblaskapelle "Grenzlandbuam" Bärnau, den örtlichen Vereinen, Vertretern der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderats und vielen Ehrengästen von der Festhalle zur Jakobuskirche.

Domkapitular

Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst, den Domkapitular Monsignore Thomas Pinzer zusammen mit Stadtpfarrer Johann Hofmann, dem ehemaligen Ortspfarrer Josef Frank und dem Mitterteicher Stadtpfarrer Anton Witt gemeinsam zelebrieren.
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