Bauern scheitern mit Einwänden

26 Behörden und Fachdienststellen waren zur Stellungnahme aufgefordert. 14 von ihnen erhoben keine Einwendungen gegen den zweiten Bauabschnitt des Bebauungsplans Steinäcker oder gaben keine Rückmeldung ab. Zwei Einwände kamen von Bürgern, mit denen sich der Gemeinderat ebenso beschäftigte.

Immenreuth. (bkr) Viele der allgemeinen Hinweise und Auflagen finden Einzug in den vom Architekturbüro Schultes erstellten Bebauungsplan. Das Amt für Landwirtschaft sah im Baugebiet Steinäcker einen Konflikt zwischen Wohngebiet und Pferdebetrieb. Hofnahes Weideland gehe verloren, betriebliche Erweiterungen eines Milchviehhalters werden beeinträchtigt. Das Amt sieht zudem eine Gefahr für unerfahrene Kinder im Umgang mit Pferden und forderte deshalb einen begrünten Sicherheitszaun zu öffentlichen Verkehrswegen.

Der Gemeinderat verwies darauf, dass das angesprochene Weidland im Eigentum des Pferdebetriebes ist und durch den Bebauungsplan kein Zwang zur Veräußerung entsteht. Für den Milchviehbetrieb verschlechtere sich der Status quo hinsichtlich Erweiterungsmöglichkeiten nicht.

Die Regierung der Oberpfalz beanstandete einmal mehr den fehlenden Flächennutzungsplan. Sie forderte auf, den Neubauflächenbedarf kritisch zu hinterfragen. Als nicht ausreichend sieht sie den Bedarfsnachweis an und bezweifelt die Notwendigkeit von Grundstücksgrößen mit überwiegend 750 bis 1000 Quadratmetern.

In der Abwägung betont die Kommune ihre Absicht, den fehlenden Flächennutzungsplan im Laufe des Jahres aufzustellen. Im Frühjahr 2016 soll eine vorgezogene Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange erfolgen. Den Bedarf an Bauflächen begründet die Gemeinde mit dem fehlenden Zugriff auf Parzellen in den bestehenden Baugebieten. Der Bauabschnitt 2 diene dazu, die starke Nachfrage zu befriedigen. Die Grundstücksgrößen entsprächen den in Immenreuth gängigen Anforderungen.

Nicht folgen wollte das Gremium dem Einspruch eines Landwirts aus Ahornberg. Die ihn betreffende Fläche von 1900 Quadratmeter sollte aus dem Bebauungsplan herausgenommen werden. Diese sei für ihn von existenzieller Bedeutung. Nach Kenntnis der Gemeinde stellt das Areal nur einen unbedeutenden Bruchteil der dem Landwirt zur Verfügung stehenden Ländereien dar. Eine "existenzielle Bedeutung" wird nicht gesehen. Ungeachtet dessen wird ihm ein Flächentausch angeboten.

Ein Immenreuther Landwirt sieht sich durch das neue Baugebiet in seiner Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeit eingeschränkt. Hierzu verwies der Gemeinderat auf die Stellungnahme an das Amt für Landwirtschaft.
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