Baumerhaltung unmöglich
Reaktion

Neualbenreuth. Nicht stehen lassen will Bürgermeister Klaus Meyer einige Leserbrief-Aussagen zur Nigerlbuche zwischen Neualbenreuth und Altmugl. "Natürlich können wir nicht einfach so ,mir nichts, dir nichts' ein Naturdenkmal wie die Nigerlbuche fällen", so Meyer. Es sei richtig, dass der Baum die Landschaft präge und bereichere.

"Seit unserer letzten Bürgerversammlung im November 2014 - hier hat der Miteigentümer auf das Gefahrenpotenzial hingewiesen - bin ich mit dem Thema beschäftigt", erklärt Meyer. Die Buche stehe direkt auf der Grenze zu einem Privatgrundstück und in unmittelbarer Nähe zu einer Gemeindeverbindungsstraße. "Ich habe die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Tirschenreuth auf ein mögliches Gefahrenpotenzial hingewiesen", so Meyer. Weil die Straße von Anliegern zur Bewirtschaftung von Wald und Feldern benötigt werde, sei eine Sperrung nicht möglich.

Der Bürgermeister habe die Behörde gebeten, die Haftung für eventuell auftretende Personen- oder Sachschäden zu übernehmen, was natürlich verneint worden sei. "Niemand wird eine solche Haftung übernehmen", betont Meyer und weist auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde hin. "Stünde der Baum irgendwo im Wald, wäre eine Absperrung mit Hinweistafeln eine für alle vertretbare Lösung. Das ist aber leider nicht der Fall."

Auf die Frage nach einer möglichen Sanierung sei Meyer vom Landratsamt auf die letzte Maßnahme dieser Art im Jahr 2012 hingewiesen worden, wobei circa 1200 Euro investiert worden seien. Weitere Maßnahmen seien wegen des Befalls durch den "Sparrigen Schüppling" - was übrigens auch Naturliebhaber und ein Urlaubsgast festgestellt hätten - nicht zielführend. "Der Baum wird leider nicht zu erhalten sein", so Meyer.

"Wir haben in der Folge Antrag auf Fällung des Baumes gestellt und es obliegt nun dem Naturschutzbeirat, darüber zu entscheiden." Meyer gehe davon aus, dass noch ein Gutachten in Auftrag gegeben wird. Die Gemeinde werde der Entscheidung aber folgen, egal wie die diese ausfallen werde.

Das Pflanzen junger Bäume nehme die Gemeinde übrigens bei jeder Gelegenheit wahr. "Ich bin auch ein Naturliebhaber und weiß um den Wert unserer Natur für uns selbst, aber auch für unsere Gäste. Jede Generation ist verpflichtet, unsere Natur und Umwelt den nachfolgenden Generationen zu erhalten", so Meyer. "Auch frühere Generationen sind dieser Verpflichtung nachgekommen, so werden auch unsere Kinder wieder solche schönen Bäume wie etwa die ,Alte Buche' bei Altmugl, die Nigerlbuche oder die Linden bei der Kleinen Kappl bestaunen können."

Leider seien die genannten "alten Bäume" nicht mehr da - umso wichtiger sei es, immer wieder neue zu pflanzen. "Denn für die Ewigkeit sind solche ,Naturdenkmäler' leider nicht geschaffen." Die Marktgemeinde werde auch in Zukunft für die Erhaltung "unseres besonderen Stückes Landschaft" kämpfen.
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