Bayreuth eine Nummer zu groß

Ein Drittel durften die stark ersatzgeschwächten Blue Devils auf eine Überraschung hoffen. 1:0 führten die Weidener nach 20 Minuten, doch dann nahm das Derby bei den Bayreuth Tigers den erwarteten Verlauf. Am Ende feierte der Tabellendritte einen klaren Sieg.

Bayreuth. (gb) Die Blue Devils haben auch das dritte Derby in dieser Saison gegen die Bayreuth Tigers verloren. Nach einem guten Beginn zog das Weidener Rumpfteam am Freitagabend beim heimstarken Nachbarrivalen mit 2:9 (1:0, 1:6, 0:3) den Kürzeren. Die Oberfranken wahrten damit ihren Heimnimbus und bleiben als einziges Team der Oberliga Süd zu Hause ungeschlagen.

"Wir haben im ersten Drittel sehr gut gespielt. Mit zunehmender Dauer hat man aber gemerkt, dass die etatmäßigen Mittelstürmer der ersten beiden Reihen fehlen", sagte Devils-Trainer Josef Hefner. Nach dem 1:1 zu Beginn des zweiten Drittel sei seine Mannschaft dann regelrecht eingebrochen. "Da ist die Bayreuther Maschine richtig in Gang gekommen."

Einige Ausfälle

Hefner musste schon vor Spielbeginn einige bittere Pillen schlucken. Neben dem gesperrten Ales Jirik und dem erkrankten Lukas Salinger fielen kurzfristig Jiri Kuchler (Nerv im Rücken eingeklemmt), Oleg Seibel (Schulterprobleme) und Philip Gejerhos (bekam am Donnerstag im Training einen Schuss an den Knöchel) aus. "Jammern hilft nichts. Diejenigen, die da sind, müssen spielen", sagte der Devils-Coach vor dem Match.

Hefner musste seine ersten beiden Sturmreihen umstellen. Im ersten Block spielten Marcel Waldowsky, Marco Pronath und Philipp Siller. Den zweiten Sturm führte der lange verletzte Michael Kirchberger. "Eigentlich wollte ich ihn langsam aufbauen, aber es hilft nichts", erklärte Hefner. Neben Kirchberger stürmte Veit Holzmann und der 16-jährige Jugendspieler Lukas Zellner. Unverändert blieb lediglich die dritte Reihe (Florian Zellner, Konstantin Firsanov, Dominik Schopper).

Die dezimierte Weidener Truppe zeigte keinen Respekt vor dem hohen Favoriten, der die ersten beiden Duelle mit 8:0 und 5:1 für sich entschieden hatte. Die Blue Devils hielten sich an die taktische Marschroute, standen defensiv gut, spielten aber auch nach vorne munter mit. Zusätzliche Sicherheit gab der Führungstreffer von Marcel Waldowsky (7. Minute). Das 1:0 hatte auch noch nach 20 Minuten Bestand - Hefners Plan, so lange wie möglich das Zu-Null zu halten, war aufgegangen.

Bayreuth gibt Gas

Das sollte sich aber im zweiten Abschnitt schnell ändern. In Überzahl erzielte Jozef Potac das 1:1 (22.) und jetzt drückten die Bayreuther mächtig aufs Gaspedal. Mit zwei Doppelschlägen - Marcus Marsall (27.) und Andreas Geigenmüller (28.) sowie zwei Mal Ivan Kolozvary (34. und 35.) - zogen die Tigers auf 5:1 davon. Nach dem zweiten Weidener Treffer durch Veit Holzmann (37.) stellte Sebastian Wolsch (40./Überzahl) den alten Abstand wieder her.

Zu diesem Zeitpunkt war Devils-Verteidiger Nico Ehmann (Spieldauerdisziplinarstrafe wegen hohen Stocks) schon in der Kabine. Die fünfminütige Überzahl nutzten die Tigers zu einem weiteren Tor durch Christopher Kasten (41.). Danach schnürten die beiden Ex-Weidener Wolsch (51.) und Geigenmüller (56.) jeweils im Powerplay ihren Doppelpack zum 9:2-Endstand. Aufregung gab es noch in der 58. Minute, als sich Kasten einen Kniecheck gegen Ludwig Synowiec leistete. Für beide war das Spiel vorzeitig beendet: Für den Bayreuther mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe, der Weidener Verteidiger musste verletzt vom Eis.

Sonntag gegen Freiburg

Am Sonntag, 11. Januar, um 18.30 Uhr empfangen die Blue Devils den EHC Freiburg, der am Freitag mit einem 6:2-Sieg gegen den ERC Sonthofen die Tabellenführung verteidigt hat. Wer von den Verletzten eventuell zurückkehrt, werde sich kurzfristig entscheiden, sagte Hefner.
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