BDM befürchtet, dass der Preis weiter fällt - Stammtisch in Altenstadt
"Faire Milch" bald wieder da

Werner Reinl, Vorsitzender des BDM-Teams im Landkreis Neustadt, zeigte beim Milchbauern- Stammtisch Möglichkeiten auf, wie dem Ende der Milchquotenregelung mit der vermehrten Produktion von Milch begegnet werden kann. Bild: bey
Altenstadt/WN. (bey) Das Glas Milch bei der Power-Point-Präsentation schwappt sichtbar über. Es symbolisiert die steigende Milchproduktion, nicht aber den zurückgehenden Verbrauch, den sinkenden Preis und die Beendigung der Milchquotenregelung Ende März. Gerade die sich aus der Überproduktion ergebenden Folgen bereiten dem Bundesverband Deutscher Milchviehbauern Sorgen.

Vorsitzender Werner Reinl hatte daher am Donnerstagabend Zum "Milchbauernstammtisch" in "D' Wirtschaft" eingeladen. Mit Ablauf der Quote produziere jeder, "was er kann". Die Erlöse aus dem Milchverkauf seien aber Ende 2014 bereits gesunken, zeigte Reinl auf. Insgesamt bedeute die Preisentwicklung ein weiteres Öffnen der Kosten-Erlös-Schere, machte der Flosser deutlich. Die Experten sehen auf dem Milchmarkt einen Umschwung frühestens ab dem 3. Quartal 2015. Bei der Preisentwicklung allerdings herrschten gar schlimme Befürchtungen: 25 Cent pro Kilogramm und noch darunter.

Der BDM sieht sich deshalb in der Verpflichtung. Die Milchanlieferungen müssten gedeckelt oder besser mit dem Anreiz verbunden werden, Milchanlieferungen gegen Ausgleich zeitlich befristet zurückzunehmen. Ein Milchmarktkrisenmanagement müsse deshalb kommen, meinte Reinl, das mit staatlicher Intervention einen kompletten Marktzusammenbruch verhindern soll. Dennoch soll die unternehmerische Entscheidungsfreiheit gewährleistet sein.

Der Verkauf der "fairen Milch" - besonderes Kennzeichen auf der Tetrapackung ist die schwarz-rot-goldene Kuh - bereitet laut Reinl in der Region Probleme. Neun Monate war die Milch nicht am Markt, soll aber jetzt wieder verstärkt angeboten werden. Um das Produkt dem Verbraucher schmackhaft zu machen, werden 0,25-Liter-Packungen abgefüllt. Dass es sich H-Milch handelt, sei kaum zu schmecken, meinte Reinl.
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