Bedienungen und Räte atemlos

Egal, wohin man schaute. Irgendwo saß bestimmt ein Bekannter. Die Immenreuther belagerten an beiden Festtagen die Bierbänke am Festplatz. Bilder: bkr (5)

Es sollte nicht wieder 32 Jahre bis zum nächsten Bürgerfest ins Land ziehen. Das, was die Vereine am Wochenende aufzogen begeisterte ohne Wenn und Aber die Besucher. Eine derart große und gute Zusammenarbeit hatte niemand erwartet, den Erfolg auch nicht.

Immenreuth. (bkr) Einen solchen Ansturm und die Begeisterung wagte keiner vorherzusagen. Die Anstrengungen der Organisatoren unterstützten ideale Temperaturen. Wenn von überraschendem Zuspruch die Rede ist, dann stehen auf der anderen Seite die Bemühungen, allen Gästen das Beste zu bieten.

Dass der Grillstand am Samstagabend bereits um 20.30 Uhr "Ausverkauft" vermeldete, war nur vorübergehend. Die Schützen schwärmten aus und trieben in Bayreuth Semmeln für Bratwürste und Steaks auf. Glück hatten auch die Sänger: Sie bekamen in letzter Minute ihre Weinsendungen. Von 126 Flaschen blieben am Schluss gerade noch vier in der Weinlaube übrig.

Schwein in 31 Minuten weg

Die Nacht am Grillstand verbrachte Günther Bäte. Sein knusprig und braun gebrutzeltes 50-Kilo-Schweinchen am Spieß ging am Sonntagmittag - fachmännisch zerlegt - innerhalb von nur 31 Minuten über die Theke. Besser erging es den Fischerfreunden: Ihre Forellen und Makrelen reichten bis zum späten Nachmittag. Im Akkord bereiteten die Frauen des Obst- und Gartenbauvereins Kartoffellocken zu. 45 gespendete Kuchen und Torten reihte die KAB für die Kaffeepause auf, und Veggie-Wraps begeisterten das eher junge "Gemüse". Für einen Langstreckenlauf trainierten die Bedienungen vom Getränkestand.

Alles war zu wenig – Sitzplätze ebenso wie Brötchen. Zweieinhalb Stunden nach dem Bieranstich von Bürgermeister Heinz Lorenz musste die Schützengesellschaft mit ihrem Bratwurststand kapitulieren: Ausverkauft. Nachschub musste her. Zu den 80 Biertischgarnituren auf dem Parkplatz vor der Mehrzweckhalle kamen noch 25 dazu. Bilder von Bernhard Kreuzer


Nun, Essen und Trinken war die eine Seite des Bürgerfests. Die andere die Unterhaltung unterm Sonnenschirm oder bei den Aktionen. Bobby-Car-Rennen für Kinder? Nein! Den Bibelspruch "Ihr sollt sein wie Kinder" nahmen Bürgermeister Heinz Lorenz und die Gemeinderäte Florian Hösl (FW), Bernhard Söllner (CSU) sowie Jürgen Kreuzer (SPD) wörtlich. Auch sie düsten die Kemnather Straße hinunter. Die roten Flitzer siegten. Lorenz (CSU) auf seinem Schwarzen dagegen wurde Letzter.

Predigt von Aloysius

Beim Karaoke-Singen bewies er jedoch mit "Gute Freunde kann niemand trennen" seine Gesangeskunst. Seine Bobby-Car-Gegner nahmen dies, verstärkt durch Reiner Ullmann von den "Freien", wörtlich. Sie reihten den Rathauschef in die Mitte und begeisterten auf der Bühne mit "Atemlos". Die "Bunten Töne" fungierten dabei als Hintergrundchor. "Dienstmann 172" oder "Engel Aloysius" schwebte in Person von Roland Schäffler zum Mikrofon.

Schatzsuche im Sandkasten, Geschicklichkeits- und mittelalterliche Glücksspiele, Basteln, Schminken und Bibelquiz lockten die Mädchen und Buben. Bei Letzterem durfte Stefan Hautmann als Erster von 18 Gewinnern bei der Siegerehrung einen Preis aussuchen. 37 Gewinner gab es beim ersten Immenreuther Entenrennen auf dem Flötzbach. 400 Leihenten aus Kemnath schwammen um die Wette. Nummer 32 von Jürgen Zeuner aus Immenreuth siegte. Ein Candle-Light-Dinner für zwei Personen in einem Bad Bernecker Hotel gab es für einen Einsatz von 50 Cent. Weitere Preise stifteten Sport Treuner, der Lebensmittelmarkt Bauer, Konrad Keller und die Gemeinde.

Auf dem Sportplatz übten angehende Wilhelm Tells die Kunst des Bogenschießens. Die drei kommunalen Feuerwehren präsentierten ihre Einsatzfahrzeuge, deren Notwendigkeit sie zwei Tage davor noch unter Beweis gestellt hatten.
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