Beeindruckende Hegeschau der Jägerkameradschaft
Gute Gehörne

Die Oberhoheit für jedes Revier sollte in der Hand des Revierinhabers sein. Dafür machte sich der Leiter des Hegerings Auerbach, Dr. Heinrich Krodel, bei der Hegeschau der Jägerkameradschaft stark.

Durchwegs gutes Material konnte er aus den 14 Revieren mit 7800 Hektar Wald präsentieren, wobei er einen regen Austausch der Jäger untereinander forcieren will. Diese Präsentation der Gehörne ermögliche es, die Erfolge des Einzelnen auch sichtlich darzustellen, ohne eine Bewertung damit zu verbinden. Der Hegeringleiter sprach von einem gewaltigen Unterschied gegenüber früheren Jahren, obwohl man hier von den großen Flurbereinigungsverfahren verschont geblieben sei. "Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern funktioniert gut bei uns." Man müsse den neueren Gegebenheiten Rechnung tragen, heute werde einfach in der Öffentlichkeit mehr hinterfragt.

Problem: Schwarzwild

Dr. Krodel griff das Problem Schwarzwildbejagung auf, die explodierende Population liege mit in der von der Natur gebotenen hervorragenden Nahrungsgrundlage. Als eine weitere Ursache machte er die zu warmen Winter der letzten Jahre verantwortlich, wehrt sich aber dagegen, von Sauplage zu sprechen, die hinterfragt werden müsse.

Was die Wildschäden angeht, werde manches hoch geredet. 68 000 Schwarzkittel wurden im vergangenen Jagdjahr in Bayern zur Strecke gebracht, 460 alleine im Hegering Sulzbach und 172 im Hegering Auerbach, im hiesigen Bereich bei steigender Tendenz. Deutschlandweit gesehen, musste lediglich in Bayern ein Anstieg verzeichnet werden. Innerhalb der Hegeringgemeinschaft werde man sich darüber unterhalten müssen, wie dem Problem beizukommen ist - im Einklang mit der Natur. Um den Menschen die Angst vor Strahlenbelastung beim Wild zu nehmen, wird versucht, eine Becquerel-Messstation in Auerbach einzurichten. "Das muss sich in der Bevölkerung einprägen, dass hier bei uns kein Stück Wild unkontrolliert in den Handel geht." Angesichts der Zahlen über die im Vorjahr erlegte Strecke beim Rehwild machte der Hegeringleiter deutlich: "Die Jagd ist kein Hobby mehr, sie erfordert viel Einsatz und viel Zeit." Darüber hinaus bedeute die enorme Anzahl von Fallwild, 16 bis 20 Prozent bei den Böcken, Verlust an Geld und Material. Krodel forderte die Politiker auf, wach zu sein und zu verhindern, dass den Jägern aus der Hand genommen wird, wofür sie eigentlich kompetent sind.
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