Behörden soll'n es richten

Der Kindergarten grenzt mit einer Hecke (hinten, Mitte) an die Weidelbachstraße. Neben der anschließenden Zufahrt zum Weinberg beginnt der Fußweg zum Haupteingang der Einrichtung. Bild: rn

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer in der Weidelbachstraße im Bereich des Kindergartens: Das will die CSU/ÜCW-Fraktion im Stadtrat mit einem Antrag erreichen. Eine Entscheidung fiel jedoch nicht.

Fraktionssprecher Marcus Gradl erläuterte in der Sitzung, dass die Kleinen vor allem zu Bring- und Abholzeiten gefährdet sind. Deshalb reiche eine Geschwindigkeitsbeschränkung nicht, es sollen auch Warnschilder "Kinder" aufgestellt werden. Auf Höhe des Zimmermannsplatzes vermisste Gradl zudem ein Hinweisschild "Kindergarten".

Zum Antrag der CSU/ÜCW- Fraktion hatte die Stadt die Polizeiinspektion um eine Stellungnahme gebeten. Ein Beamter hat daraufhin in einem Zivilfahrzeug die Situation in der Weidelbachstraße am Morgen und am Mittag beobachtet. "Dabei konnten nur einzelne Fahrzeuge festgestellt werden, die am Anwesen Weidelbachstraße 26 ihr Fahrzeug abstellten und die Kinder persönlich über die Straße zum Haupteingang des Kindergartens begleiteten beziehungsweise dort wieder abholten", schreibt die Polizei.

Eine Nachfrage bei der Leiterin des Kindergartens habe ergeben, dass ihr die im Antrag geschilderte Situation nicht bekannt ist, heißt es weiter. Ihrer Erfahrung nach würden alle Kinder persönlich am Haupteingang abgegeben und auch abgeholt. Zudem fahre der überwiegende Teil der Eltern direkt zum Haupteingang oder parke das Fahrzeug auf dem Parkplatz an der Weidelbachstraße, um den Fußweg zum Kindergarten benutzen zu können. Aus Sicht der Inspektion werde deshalb eine Geschwindigkeitsbegrenzung als "nicht zwingend erforderlich" erachtet.

Umgehend beklagte Hans Bscherer (Freie Wähler), dass in der Weidelbachstraße zu schnell gefahren werde. Auch der Übergang von der Pfarrkirche zum Zimmermannsplatz sei eine Gefahrenstelle, weshalb er bereits ab der Grafenwöhrer Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer für nötig hielt.

Fritz Betzl (SPD) urteilte aufgrund der polizeilichen Stellungnahme dagegen: "Ich sehe keine erhöhte Gefahr." Er verwies zudem darauf, dass die Weidelbachstraße als Umgehungsstraße zum Industriegebiet Stegenthumbach mit der Auflage "keine Geschwindigkeit unter 50 Stundenkilometer" gebaut worden sei. Deshalb votierte er für "Tempo 30 nur im Kindergartenbereich". Bscherer forderte dennoch hartnäckig eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Grafenwöhrer Straße und der Zufahrt zum Seniorenheim: Zwischen ihm und Betzl entstand ein kurzer Disput. Auf Vorschlag von Bürgermeister Peter Lehr hin sollen nun städtisches Ordnungsamt und Polizei eine künftige Regelung ausarbeiten. Dagegen sprachen sich nur die drei FW-Mandatsträger aus.
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