Bei Planungen mitreden

Sensibel machen für das Thema Barrierefreiheit - das hatte sich Markus Siller vom Kreisbauamt Tirschenreuth bei seinem Vortrag im Kemnather Sitzungssaal auf die Fahne geschrieben. Seine Zuhörer: die Behindertenbeauftragten der Kommunen im Landkreis.

Kemnath. (stg) Markus Siller erläuterte ihnen zunächst, bei welchen Maßnahmen die Anforderung "barrierefrei" in öffentlichen Gebäuden erfüllt werden müsse. Dies sei in der Bayerischen Bauordnung (BayBo) geregelt. Im Artikel 48, Absatz 2, seien zahlreiche Maßnahmen aufgelistet. Die technischen Anforderungen an barrierefreies Bauen regle die DIN 18 040.

Die Bestimmungen darin stellte Siller den Zuhörern anschaulich vor. In Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, sollen die Gänge mindestens 1,20 Meter, bei Begegnungsverkehr mindestens 1,80 Meter und Gehwege mindestens 1,50 Meter breit sein. Bei einem behindertengerechten Parkplatz betrage die Breite 3,50 Meter. Der Vortrag machte deutlich, dass es für alles DIN-Größen und -Normen gibt, egal ob für Beläge, Räume, Treppen, Gehwege, Fahrtreppen, Rampen, Handläufe und vieles mehr.

In der Diskussion bemängelten die Sitzungsteilnehmer, dass öffentliche Gebäude nicht immer nach diesen Vorschriften gebaut würden. Es gebe genügend Beispiele bei Kindergärten, Kinderkrippen und dergleichen. Einigkeit herrschte darüber, dass bei der Planung von öffentlichen Gebäuden künftig auch der jeweilige Behindertenbeauftragte eingebunden werden sollte.

Zum zweiten Tagesordnungspunkt des Treffens hieß Reinhard Schön, Behindertenbeauftragter des Landkreises Tirschenreuth, auch Paralympics-Sieger Gerd Schönfelder aus Kulmain willkommen. Er sprach zum Thema "Sport für Menschen mit Handicap". Für diese "ist Sport noch wichtiger als für andere, da sie fitter sein müssen als Normalbürger", betonte Schönfelder, der von seinem eigenen Weg hin zum Behindertensport berichtete. Offen gab er auch Auskunft zu den Problemen und Schwierigkeiten, mit denen man konfrontiert sei.
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