Beim Bouldern geht's bergauf

Viel zu schrauben haben die Mitglieder des Bouldervereins Zugzwang in den nächsten Monaten. Ihre erst ein Jahr alte Kletterhalle ist bereits jetzt zu klein und soll erweitert werden. Bild: swt

Seit einem Jahr betreibt der Boulderverein Zugzwang in der Helmut-Ott-Halle eine Kletterwand. Der Zulauf übertrifft alle Erwartungen. Selbst ein Fraktionssprecher im Stadtrat geht inzwischen regelmäßig bouldern.

Das Klettern in der Helmut-Ott-Halle erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Der Verein Zugzwang will deshalb den Boulderbereich in zwei Stufen erweitern. Seinen Antrag auf die Hilfe des Bauhofs befürwortete der Stadtrat am Mittwoch einstimmig.

Verein zahlt Material

Der Blick richtet sich auf eine Freifläche von 140 Quadratmetern, die nicht für den geplanten Stuhllagerraum gebraucht wird. 35 000 Euro für Einschlagmuttern, neue Boulder und die sehr teuren Matten, die unterhalb der Wände eingepasst werden, will der Boulderverein stemmen. Beim Bau der Holzkonstruktionen wünscht sich Zugzwang die Unterstützung durch den städtischen Bauhof mit Know-how und Holz.

Derzeit "verträgt" die Halle gleichzeitig sechs bis sieben Boulderer. Zehn bis fünfzehn sind die absolute Obergrenze. 110 Jahreskarten sind inzwischen vergeben. An 64 Tagen hatte die Halle mehr als 60 Besucher. Mit diesen Zahlen belegte der Antragsteller, dass zu wenig Kletterfläche für Anfänger und Profis vorhanden sei.

Der Verein plant einen Ausbau in zwei Stufen. Im Winter 2015/16 soll der Trainingsbereich in den hinteren Hallenteil verlegt werden. So wird Platz für eine Erweiterung der senkrechten Wand geschaffen. Mit dem Profibereich soll es dann im Winter 2016/17 weitergehen.

Herbert Appl (CSU) zeigte sich überrascht, dass die Boulderhalle einen derart großen Zulauf hat. "Wir haben das alle unterschätzt. Umso mehr freuen wir uns, dass dies nun eingetreten ist." Er plädierte mit seiner Fraktion für die Unterstützung durch den Bauhof, bat aber um eine detaillierte Aufstellung der Stunden und des Materials.

Noch Potenzial vorhanden

Abbitte leistete den Boulderern Grünen-Stadtrat Bernd Scheller: "Das ist ein Erfolgsmodell. Ich entschuldige mich, das ich hier vorher so skeptisch war." Holger Eckert (FW/AA) sagte, er habe sich nicht nur einen Eindruck von der Halle gemacht: "Ich bouldere inzwischen selber regelmäßig." Anspruchsvolle Routen seien derzeit nicht durchführbar, würden aber immer mehr verlangt. Das komplette Potenzial der Sportart habe sich noch nicht entwickelt, war Eckert sicher.

Bürgermeister Joachim Neuß begrüßte die Erweiterung und erklärte den Standort. Wo früher bei Messen die Firma Gradl Pflasterflächen zeigte, sei ein Raum für ein Stuhllager entstanden. Dieser werde aber nicht komplett benötigt. Deshalb biete es sich an, die Hälfte für die Hallenerweiterung zu nutzen.

"Sie brauchen ob der Entwicklung keine Angst haben. Niemand denkt an die Schließung des Hallenbades", versicherte der Bürgermeister. Mit den Richtlinien zur Vereinsförderung habe diese Sache aber nichts zu tun, fügte er hinzu: "Die Halle ist eine städtische Einrichtung und wird nur vom Boulderverein betrieben."
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