Beim Partner Zuhause gefunden

Bruno und Gerda Priman (vorne) feierten ihre diamantene Hochzeit. Tochter Martina (hinten, Mitte), Bürgermeister Lehr (links) und Pfarrer Thomas Jeschner gratulierten dem Paar herzlich. Bild: rn

Die Freundschaft ihrer Väter und die Vertreibung aus der Heimat führten Gerda Gläser und Bruno Priman zusammen. 1955 heiratete das Paar, heuer feierte es diamantene Hochzeit.

Hinter beiden liegen bewegte Kinder-, Jugend- und Arbeitsjahre. Bruno Primans Wiege stand in einem Dorf nahe der Kreisstadt Birnbaum im Warthegau, das nach dem Ersten Weltkrieg Polen zugeschlagen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von polnischen Behörden "umgetauft": in Bronislaw. 1947 fand er mit seiner Mutter und den Geschwistern in der Bergbaustadt Marl eine neue Bleibe, wo die Familie mit dem aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen Vater wieder zusammenfand. Nach Ende der Schulzeit arbeitete er 15 Jahre lang im Bergbau.

Umzug nach Eschenbach

Ehefrau Gerda verbrachte ihre Kindheit zusammen mit sechs Geschwistern in Görlitz-Kesselbach am östlichen Ufer der Neiße. Die Flucht der Familie vor den anrückenden russischen Truppen führte 1945 über Dresden nach Metzenhof, wo sie im Forsthaus eine erste Bleibe fand. Nach einem weiteren Aufenthalt auf einem niederbayerischen Bauernhof zog es die Gläsers in den Geburtsort des Vaters - nach Marl. Die Freundschaft ihrer Väter führte Gerda und Bruno Priman zusammen. Wohnungsprobleme - zur Familie gehörten inzwischen vier Kinder - waren 1964 der Grund für den Umzug in die Rußweiherstadt. Bei einem Besuch bei Schwägerin Apollonia Schüller hatte Bruno Priman vom Bau der "Bauernsiedlung" in Apfelbach erfahren und sich spontan den Siedlern angeschlossen. Mit viel Eigenleistung schuf er seiner Familie ein Heim. Ein Teil des Lebensunterhalts kam aus dem Hausgarten. Der Ehemann arbeitete für kurze Zeit bei der Firma Koppe und wechselte dann für sechs Jahre zur Firma Nikolaus Meier. Von 1971 bis zum Eintritt in den Ruhestand gehörte er zur Stammbelegschaft des Bauunternehmens Held und Franke.

Mehr als 300 Filme

Bruno Primans Liebe zum Fotografieren und Filmen verstärkte sich mit dem Bau der Apfelbacher Kapelle. In seinem Archiv lagern mehr als 300 Filme. Einer davon zeigt den Verlauf der Creußen von der Quelle bis zur Einmündung in die Haidenaab. Verlief die Hochzeit in den Nachkriegsjahren recht nüchtern, war die "Diamantene" ein großes Fest. Dazu gehörten ein Gottesdienst in der Apfelbacher Kapelle und eine Familienfeier in Schlammersdorf. Das Jubelpaar freute sich über den Besuch von Bürgermeister Peter Lehr und Pfarrer Thomas Jeschner.
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