Bergwacht einmal anders

Gut gesichert entfernten der Bergretter aus Schönsee in der Burgruine Stockenfels die Wände von Pflanzenwuchs. Bild: hfz

Sie bergen in Not geratene Menschen und retten Leben. Das ist ihre Aufgabe, sie wird im Ernstfall trefflich gemeistert. Nun stand zur Abwechslung eine ganz andere Tätigkeit auf dem Programm - unter "geisterhafter" Beobachtung.

Ein Team mit acht Aktiven der Bergwacht Bereitschaft Schönseer Land machte sich am Samstag auf den Weg zur Burgruine Stockenfels im Regental bei Nittenau. Sie ist unweit von Fischbach gelegene und hat einen bayernweiten Bekanntheitsgrad als Geisterburg, wo Bierpanscher und "hinterkünftige" Kellnerinnen zur ewigen Wasserbuße verdammt sind.

Sicherheitsrisiko

Hier sollten bei einer Natur- und Denkmalschutzmaßnahme die Innenmauern und die Granitquader vom wucherndem Pflanzenbewuchs befreit werden, der sich im Laufe der letzten Jahre angesiedelt hatte. Die Flora stellte auch ein Sicherheitsrisiko dar: Wurzeln wuchsen in die Mauerspalten, wobei diese möglicherweise aufgesprengt werden und lose Stein herunterfallen könnten.

Bereits im Frühjahr fragte der Kreisheimatpfleger für Archäologie, Harald Schaller, beim Bereitschaftsleiter der Bergwacht im Landkreis Schwandorf, Dieter Güll, an, ob diese die Säuberungsarbeiten im Zuge einer Ausbildung übernehmen könnten.

Nach einer örtlichen Besichtigung, bei der auch Burgbesitzer Graf von Drechsel anwesend war, herrschte Einigkeit, dass sich die Bergwacht dieser Aufgabe annimmt.

Dem Raubritter gefällt es

Bei den Arbeiten wurde kein Risiko eingegangen. Es wurden für die Sicherung der Bergretter insgesamt 500 Meter Bergseile verwendet, um problemlos an den Mauern arbeiten zu können. Dabei entfernten die Aktiven lockeres Gestein sowie Sträucher und Gräser.

Graf von Drechsel sowie der Kreisheimatpfleger waren von der Arbeit der Bergwachtler beeindruckt. Diese schwebten an ihren Seilen wie von Geisterhand gehalten und erledigten ihre Aufgabe mit Bravour.

Der berüchtigte Raubritter hat sich während dieser Arbeiten nicht blicken lassen, wird aber mit Freude die Veränderung an seiner Burg zur Kenntnis nehmen.
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