Bergwacht mit eigenem Yeti

Das neue geländegängige Fahrzeug für den Einsatzleiter der Bergwacht segnete Pfarrer Norbert Götz am Ende des Gottesdienstes. Bilder: usc (2)

Die Kirchenglocken verkündeten es: Die Bergwacht feierte wieder, nämlich ihr 65. Hüttenfest. Dazu kamen viele Gäste zum Freudenberger Skihang.

(usc) Die Amberger Bergwacht hat einen großen Kreis von Freunden und Förderern. Schon zum Auftakt am Samstagnachmittag kamen die ersten Stammgäste. Am Sonntag feierten Einheimische und Besucher erst auf dem Johannisberg einen Festgottesdienst, um sich dann gemütlich an der Bergwachthütte niederzulassen. Mit von der Partie waren auch Mitglieder des Alpenvereins und des Wandervereins Amberg sowie Bergwacht-Kameraden aus Erlangen, Lauf, Nürnberg und Kulmbach. Die Gastgeber hatten große Anstrengungen unternommen, um das Sitzen im Freien angenehmer zu machen. So legten sie bei der Hütte zwei Terrassen an und ebneten den Platz oberhalb mit Hüpfburg und Kletterwand.

Segen für Allrad-Fahrzeug

Den Festgottesdienst am Sonntag zelebrierte Freudenbergs Pfarrer Norbert Götz. Für die Waldler-Messe hatten sich die Lintacher Sänger unter der Leitung von Otto Meier mit Aktiven des Männergesangvereins Johannisberg verstärkt. Das Duo Blecherne Sait'n begleitete die Sänger mit Zither und Tuba. Götz freute sich, das neue Einsatzleiterfahrzeug der Bergwacht, einen Allrad-Skoda Yeti, segnen zu dürfen. Der Wagen ist das ganze Jahr über beim jeweils diensthabenden Einsatzleiter und in der gesamten Region unterwegs - vor allem dann, wenn sich Unglücksfälle an schwer zugänglichen Orten ereignen. Bei einer Übung am Nachmittag führte die Bergwacht vor, wie ein verunglückter Wanderer gerettet und erstversorgt wird.

Opa Fritz hilft noch mit

Die Bergwacht Amberg gibt es seit 82 Jahren. Ältestes, wirklich noch aktives Mitglied ist Opa Fritz, der heuer 84 wurde. "Er unterstützt uns noch heute tatkräftig bei Sanitätsdiensten, sonstigen Arbeiten und steht uns auch mit Rat und Tat zur Seite", berichtet Bereitschaftsleiter Hubert Sperber. Für den täglichen Dienst stehen der Bereitschaft momentan 21 Aktive zur Verfügung.

"Im Moment haben wir elf Anwärter, von denen noch in diesem Jahr vier ihre Ausbildung beenden", erläuterte Sperber. "In unserer Jugendgruppe haben wir derzeit zwölf Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 16 Jahren." Stolz ist er nach eigenen Angaben, dass die Bergwacht Amberg mit ihrer Jugendarbeit bayernweit spitze ist. Alleine aus den Reihen des eigenen Nachwuchses wurden in den vergangenen zwei Jahren neun neue Einsatzkräfte ausgebildet.

Überwiegend im Winter

Aus dem geänderten Freizeitverhalten der Bevölkerung ergeben sich für die Bergwacht die Einsatzbilder. "Wir haben im Mittelgebirge keine klassischen Berge. Unsere Einsatzbilder sind verletzte Mountainbiker, Waldarbeiter, Wanderer, Höhlengänger oder Kletterer", sagte Sperber über den Schwerpunkt der Rettungen. Die Organisation hat neben ihrer Bergrettungswache in Kastl auch den Dienstposten in Freudenberg. Dieser wird laut Sperber jedoch überwiegend in den Wintermonaten besetzt.

"Da die Einsätze im gesamten Dienstgebiet verteilt sind, wird es einen klassischen Postendienst in den nächsten Jahren immer weniger geben", erklärte er, nannte aber eine Einschränkung: "Außer in Wintermonaten bei Liftbetrieb in Freudenberg. Da sind wir am Wochenende immer vor Ort."
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