Besondere Frauen und ihre Liebe zum Garten
Ladys mit dem grünen Daumen

Blick auf den morgenländischen Bau in Sanspareil. Bild: privat
Von einer faszinierenden Geschichte, einer Lovestory zwischen Frauen und ihren selbst erschaffenen grünen Paradiesen erzählt in den nächsten Wochen das Volkskundliche Gerätemuseum Bergnersreuth. Landrat Dr. Karl Döhler eröffnet Ausstellung "Die Ladys mit dem grünen Daumen" heute um 18 Uhr.

Die Sonderschau beleuchtet die Beweggründe, weshalb sich Damen aus dem Adel zu allen Zeiten mit großer Leidenschaft der Anlage, Pflege und Nutzung von Gärten widmeten. In lebendigen Inszenierungen und medialen Aufbereitungen wird auch der Wandel der Gartenkultur von der Renaissance bis in die Gegenwart verdeutlicht. Zahlreiche historische Exponate ergänzen die Präsentation. Die Ausstellung läuft bis zum 20. September.

Im neuzeitlichen Europa war es zunächst Katarina de Medici (1519-1589), die als französische Königin einen enormen Einfluss auf die Gestaltung des Gartens von Schloss Chenonceau an der Loire hatte. Sie spielte gekonnt mit den symmetrischen und ornamentalen Elementen des Renaissance-Gartens und der in die Fläche ausgreifenden Weite des Barockgartens. In Oberfranken war es vor allem die aus Preußen stammende Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758), Schwester Friedrich des Großen, die sich die Gartengestaltung am preußischen Hofe zum Vorbild nahm. Nach ihren Vorstellungen entstand mit Sanspareil ein an den englischen Landschaftsgarten angelehnter Felsengarten. Wilhelmine dazu: "Die Natur selbst war der Baumeister." Selbstbewusst und frei konnten auch Gräfin Christina von Brühl (1756-1816) und Zarin Maria Fjodorowna aus dem Hause Württemberg (1776-1801) ihre Passion für den Garten ausüben. Die Gartenanlagen im Seifersdorfer Tal bei Dresden und der Schlosspark von Pawlowsk sind noch heute Zeugnisse.
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