Besser als im 3-D-Kino

Da hat die Freudenberger Bauernbühne wieder ein Gesamtkunstwerk geschaffen: Der aktuelle Dreiakter "'s Schwalberl" ist ein Erlebnis für alle Sinne - vor allem wegen des neuen Spielorts.

Nicht nur das "Schwalberl" hatte am Samstagabend Premiere, auch die Kulisse, vor der das Stück spielt. Zum ersten Mal nutzte die Freudenberger Bauernbühne den von ihr angepachteten, leerstehenden "Stechweber-Hof" unterhalb der Wutschdorfer Kirche. Der Bereich zwischen Stodl und Hauseingang war wie geschaffen als Bühne für den Dreiakter, in dem es um das umstrittene Erbe eines Bauernhofes geht.

"Mehr geht nicht"

"Mehr Bauerntheater geht nicht", sagte ein begeisterter Premierenbesucher nach der Aufführung. Die Schauspielgruppe unter der Leitung von Benno Schißlbauer verfügt bekanntlich über jahrelange Erfahrung in dem Metier. Mit der Naturbühne beim "Stechweber" allerdings gelingt es ihr, ihrer konstant qualitätsvollen Leistung das i-Tüpfelchen aufzusetzen. Die Zuschauer sitzen zwischen Heumandln und Hammerbach, Leiterwagen und Remise. Ein 3-D-Kino kann im Vergleich dazu einpacken. Und Nebelmaschinen braucht es auch nicht: Wenn bei der Rauferei im Hof die Fetzen fliegen, staubt es echt. Das alles so gut zusammenpasst, kommt nicht von Ungefähr. Regisseur Schißlbauer hat das Stück extra für diese Kulisse ausgesucht. "Die Geschichte scheint wie geschrieben für diesen Ort", sagte der Vorsitzende des Theatervereins, Norbert Altmann.

Da hat die Freudenberger Bauernbühne wieder ein Gesamtkunstwerk geschaffen: Der aktuelle Dreiakter "'s Schwalberl" ist ein Erlebnis für alle Sinne - vor allem wegen des neuen Spielorts. Fotos von Hermann Koch.


In dem Dreiakter geht es um die wahre, reine Liebe und ihr Gegenteil: die von Macht und Gier getriebene Heuchelei. Ramona Altmann verkörpert die schöne, treue und selbstlose junge Frau, die alles gibt für den Mann, den sie von Herzen liebt. "Schwalberl" wird sie genannt, weil sie meist dunkel gekleidet ist und wunderschön singt. 13 Schauspieler treten während des gut drei Stunden dauernden Augen- und Ohrenschmauses auf. Die 14. Rolle fiel dem Gesang zu. Die "Blechernen Saitn" aus Schnaittenbach zeichneten für die musikalische Bearbeitung verantwortlich.

Bei der Premiere hatte das Team der Bauernbühne offensichtlich an alles gedacht: Wie bestellt, begrüßten die Besucher in der Abenddämmerung echte Schwalben mit ihren Sturzflügen rund um den Turm der Wutschdorfer Martinskirche. Bis Freitag, 24. Juli, lässt die Schißlbauer-Truppe das "Schwalberl" noch zehn Mal singen. Für sechs Aufführungen gibt es noch Restkarten (www.freudenberger-bauernbuehne.de).
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