Bessere Pflege statt Bürokram

Franz Rath (links) und Rüdiger Erling (rechts) gratulierten dem Eschenbacher Seniorenheim unter Leitung von Manuela Schusser (Fünfter von links) zu "Bestnoten und weniger Papier". Bild: rn

Die Mitarbeiter des BRK-Seniorenheims testeten ein neues Verwaltungsverfahren, das die Arbeit um einiges erleichtern soll. Dank engagierter Kollegen und guter externer Unterstützung sind bereits Erfolge sichtbar.

(tgi/rn) Im BRK-Seniorenheim herrscht Hochstimmung. Es gibt doppelten Grund zur Freude: Bestnoten und weniger Papier. Möglich war das mit Hilfe des Verfahrens "ReduDok", der "Reduzierung der Dokumentation". Bei diesem System handelt es sich um ein Innovationskonzept, das Pflegeeinrichtungen die Arbeit erleichtern soll.

Bestnote zeigt Erfolg

Hannelore Doleschal, Leiterin der Altenpflegeschule Erbendorf, wies Einrichtungsleiterin Manuela Schusser auf das Konzept hin. Diesee erkannte die Vorteile der Arbeitserleichterung, denn auch das Pflegeheim in Eschenbach litt unter zunehmender Bürokratie in der Pflege. Der Kontakt zu Rüdiger Erling, der in einer Münchner Einrichtung als Projektleiter "ReduDok" erfolgreich entwickelt hat, war schnell aufgebaut. Er unterstützte sofort das Vorhaben. Mit Pflegedienstleiterin Gabriele Lohner übernahm Schusser dann die Aufgabe, aktiv gegen unnötige Dokumentationen vorzugehen.

Doch das Ergebnis soll nicht auf die fehlende Sorgfalt hinweisen. Im Gegenteil: Bei einer Prüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) schnitt das Pflegeheim mit einer Bestnote von 1,1 ab. "Mit ,ReduDok' reduziert sich für das Personal der Stress, und die Mitarbeiter haben wieder mehr Spaß an ihrem Beruf", sagt Lohner.

Schusser resümiert: "Das Ergebnis ist für uns sensationell. Die Abfolge der vorgegebenen Pflegetätigkeiten braucht nicht noch zusätzlich dokumentiert werden. Die Zeit, die wir durch ,ReduDok' gewinnen, kommt den Bewohnern zugute. Wir brauchen nicht mehr jeden Käse aufzuschreiben." Es kommt mehr Ruhe in den Pflegealltag.

Nach Eingang des Transparenzberichts über die Qualität der stationären Pflegeeinrichtung lud Schusser zu einer Gesprächsrunde ein. Teilnehmer war neben den Stationsleitungen und BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath auch Erling. "Die Pflege ist anstrengend und muss nicht noch durch Schreiberei erschwert werden", sagt Schusser.

Auch Rath übt Kritik am alten System, durch das "die Pflege auf der Strecke blieb" und befürwortet das neue Verfahren. Wie auch Lohner setzt Rath auf eine gute Pflegeplanung, bei der sich das Personal nicht mit dem Notieren jeder einzelnen Leistung aufhalten muss. Die Arbeit werde somit wesentlich vereinfacht.

Schusser weiß, dass der Kreisgeschäftsführer nach anfänglicher Skepsis vom Projekt überzeugt war und erklärt habe: "Wenn ihr dies schafft, dann kommt die Einführung im gesamten Kreisverband." Das Konzept schlägt sich bereits in anderen Einrichtungen des Kreises nieder: Die Seniorenheime Erbendorf, Hammergmünd und Weiden haben erste Erfolge. Rath rechnet sogar mit einer bundesweiten Ausdehnung.

Sicherheit und Auftrieb

"Am Anfang waren wir unsicher, worauf wir uns mit ,ReduDok' einlassen. Doch das Ergebnis übertrifft deutlich unsere Erwartungen", sagt Lohner. Sie sprach von einem Organisations-Entwicklungsprozess, auf den sich Einrichtungen einlassen müssten. Die politische Unterstützung des Freistaats habe dem Heim Sicherheit und Auftrieb gegeben. "Wir können es jedem empfehlen." Und auch die Einrichtungsleiterin ist begeistert: "Jedes Heim, das motivierte Kräfte hat, sollte dieses Verfahren versuchen." (Hintergrund)
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.