Bestatter auch ein Operateur
Schulen

Kemnath. (jzk) Eine recht ungewöhnliche Exkursion unternahmen alle neunten Klassen der Realschule Kemnath im Religions- und Ethikunterrichts. In vier Gruppen aufgeteilt, lernten sie das Bestattungsinstitut Neumann in Speichersdorf kennen.

Geschäftsführer Micha Rolf Christer führte seine Gäste durch alle Abteilungen. Die Besichtigung begann im Schaufriedhof bei einem Spinnenbagger, der zum Ausheben von Gräbern genutzt wird. Anschließend erfuhren die Realschüler, wie ein Leichenauto ausgestattet ist. Auch die Sargausstellung bekamen die Jugendlichen zu sehen. Zum unheimlichsten Teil der Führung gehörte der Operationssaal mit dem Kühlraum, in dem die Toten für die Einsargung hergerichtet werden. Christer erläuterte, was der Bestatter beim Umgang mit einem Verstorbenen beachten muss.

Beispielsweise müsse ein Herzschrittmacher herausoperiert werden. Auch führte er den Mädchen und Jungs vor, wie ein Sarg ausgekleidet wird. Im Schulungsraum, der bisweilen auch für kleinere Trauerfeiern genutzt wird, informierte sie der Geschäftsführer über die verschiedenen Bestattungsarten wie die See- und Luftbestattung oder die Grabesruhe im Friedwald.

Dass man, was allerdings nur im Ausland möglich ist, den verstorbenen Menschen auch zu einem Diamanten für Kette oder Ring verarbeiten lassen könne, war etlichen Schülern neu. Der Geschäftsführer erklärte zudem aus eigener Erfahrung, welche Voraussetzungen man mitbringen müsse, um den Beruf des Bestatters erlernen zu können. Überaus ruhig, interessiert und nachdenklich nahmen die Jugendlichen an dieser Führung teil.
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