Besuch der Handwerkskammer im Landratsamt
Region lebt vom Handwerk

Neustadt/WN. Dr. Georg Haber, seit Juli neuer Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz erörterte mit Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler und Kreishandwerksmeister Karl Arnold bei Landrat Andreas Meier und Wirtschaftsförderer Hermann Ach aktuelle Themen.

Ein besonderes Anliegen ist allen eine unbürokratische Integration junger Asylsuchender in Ausbildungsberufe und Arbeitsplätze im handwerklichen Bereich. Meier sieht darin eine Chance, dem Fachkräftemangel in fast allen Berufen entgegen zu treten. Dafür seien Bildungsangebote, Praktika und Angebote zur Berufsorientierung wichtig. Bei den teilweise gut ausgebildeten erwachsenen Asylbewerbern sei die Verkürzung der Frist für den Zugang zum Arbeitsmarkt der richtige Weg, so Hinterdobler.

Laut Haber lebt die Region vom Handwerk. Grundlage sei die gute Sozialstruktur im ländlichen Raum. Im Landkreis Neustadt liege die Ausbildungsquote in handwerklichen Berufen bei erfreulichen 40 Prozent und damit deutlich höher als der bayernweite Durchschnitt von 31 Prozent.

Alle sahen den großen Anteil der Jugendlichen, die aufs Gymnasium übertreten und dann meist anschließend studieren, als problematisch an. Haber: Der "Akademisierungswahn" gehe inzwischen so weit, dass es erstmals mehr Studienanfänger als Anfänger in einem Ausbildungsberuf gebe. Ach ergänzte, dass immer mehr Mittelschulen geschlossen würden, da nach dem Elternwillen fast jedes Kind aufs Gymnasium soll.Wenn nicht bald gegengesteuert werde, steht laut Hinterdobler die Versorgung der Volkswirtschaft auf dem Spiel: Schon jetzt müsse man über ein halbes Jahr auf einen Elektriker oder Heizungsbauer warten.
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