Betroffen nach Gang ins "Tal des Todes"
Schule

Kemnath. (jzk) Sehr nachdenklich stiegen die Achtklässler der Mittelschule nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in den Bus. Die Klassenleiter Ulrike König und Christiana Zaglmann hatten die Lehr- und Studienfahrt im Geschichtsunterricht organisiert.

Vor der ehemaligen Kommandantur, dem Sitz der Verwaltung, begann der Rundgang. Zwei Mitarbeiterinnen erklärten die Lage des Häftlingslagers mit 23 Holzbaracken, des Steinbruchs und des SS-Bereichs. Auf einer Fläche von 50 mal 8 Metern seien bis zu 900 Häftlinge zusammengepfercht worden. Öfen habe es keine gegeben, die hygienischen Verhältnisse seien völlig unzureichend gewesen.

Im Mai 1938 sei das Konzentrationslager in Flossenbürg aufgrund der Granitvorkommen errichtete worden. Bei Kriegsende waren hier bis zu 15 000 Menschen aus über 30 Ländern auf engstem Raum inhaftiert. In einigen Außenlagern waren laut Eva Bracke sogar Frauen inhaftiert.

"Am schlimmsten war die harte Arbeit im Steinbruch", erfuhren die Buben und Mädchen. Mit primitiven Werkzeugen mussten aus dem Granit Bausteine gehauen werden. Selbst bei sibirischer Kälte hatten sie keine schützende Kleidung. "Alle Häftlinge, die morgens durch das Tor schwer bewacht das Lager verlassen hatten, mussten abends wieder durch das Tor zurückkehren." Auch die Leichen derer, die den Arbeitseinsatz nicht überlebt hatten, musste zurückgebracht werden.

Das oft stundenlange Strammstehen am Appellplatz bei der Zählung bedeutete eine zusätzliche Quälerei. Hier fanden auch willkürliche Strafaktionen, Folterungen und Hinrichtungen statt. Auch der evangelische Theologen Dietrich Bonhoeffer wurde hier noch kurz vor Kriegsende ermordet.

Im Häftlingsbad mussten die neu angekommenen Gefangenen alles abgeben, was sie besaßen. Sie verloren ihren Namen und erhielten stattdessen eine Häftlingsnummer. Im "Tal des Todes" warfen die Schüler einen Blick in das Krematorium. Nachdenklich gingen sie weiter zur Leichenbeseitigungshalle, zur Aschepyramide, zum Platz der Nationen und zur Kapelle "Jesus im Kerker". Im Ausstellungsraum bekamen die Achtklässler einen Einblick in die unvorstellbaren Ereignisse in diesem Konzentrationslager.
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