Bettler müssen lange leiden

Ein wahre Tortur müssen Kommandant Helmut Kellner, zweiter Vorsitzender Peter Schwabl und zweiter Kommandant Albert Krapf (kniend, von rechts) beim Patenbitten über sich ergehen lassen, während der Lerauer Vorsitzende Anton Kappl und der Döllnitzer Chef Hans Kellner (stehend, von links) den Dialog führen. Bild: fz

Die Feuerwehr Lerau war nach Döllnitz gekommen, weil sie einen Paten für ihre 125-Jahr-Feier vom 27. bis 29. Mai 2016 brauchte. Die Döllnitzer Wehr ließ die Lerauer ganz schön betteln und unterzogen sie dabei einer gnadenlosen Tortur.

Mit der Kapelle "Bayrisch Blech" zogen die Lerauer mit den Festdamen und unterstützt von der Feuerwehr Wittschau-Preppach, die bereits Ehrenpatenverein ist, auf den Dorfplatz ein. Dort wartete die Feuerwehr um Vorsitzenden Hans Kellner und Kommandant Josef Bäumler.

Spannender Dialog

Zwischen Kellner und Anton Kappl, der in dreifacher Funktion als Vorsitzender der Lerauer Wehr, als Ehrenschirmherr und Bürgermeister angetreten war, entspann sich dann der Dialog für das Patenbitten. "Ihr lieben Döllnitzer Feierwehrleit, ihr wisst warum mir kumma heit, bei eurem Jubiläum 2013 waren wir an eurer Seit, des war a schöne Zeit, so bitten wir hiermit sehr, macht bei unserm Jubiläum die Patenwehr", begann Kappl.

"Ein alter Brauch ist ungebrochen, zum Patenbitten wird herangekrochen, so kniets euch hin, seids net so eitel, auf unser hartes hölzernes Scheitel", antwortete Kellner. Der zweite Lerauer Vorsitzende, Peter Schwabl, sowie die Kommandanten Helmut Kellner und Albert Krapf mussten sich hinknien und eine Tortur der Döllnitzer über sich ergehen lassen, während Kappl und Kellner ihr Patenbitten fortführten.

"Zum Betteln san mir dou ihr Döllnitzer Wehr, jetzt machts es uns net gar so schwer", bat Kappl. Aber Kellner kannte keine Gnade mit den drei Bettlern auf dem Holzscheit. Schnaps in sich hineinschütten, Weißbier auf ex austrinken, mit der Nasen in einem Mehlhaufen nach einem Stück Gold suchen: den dreien ging's ganz schön an den Kragen. "Wenn wir den Paten euch machen sollt'n, müsst's schon unserer Prob' standhalt'n", betonte Kellner ausdrücklich.

"In besten Händen"

Da es ein Riesenspaß war, durften die Lerauer Festdamen mit Roberto Blancos Lied "Ein bisschen Spaß muss sein", vielstimmig singen. "Ich sag Dank dass ihr zu uns kumma seid zum Bitten, jetzt dürfts aufstehn von dem Scheitl, lang gnug habts gelittn, den Paten machen wir, des is für uns a große Ehr', mir kumma auf euer Fest mit der ganzen Wehr", schloss Kellner den Dialog. Damit hatte die Feuerwehr Lerau ihren Patenverein. Vorsitzender Kappl war heilfroh, dass er so gut weggekommen war und nur seine drei Spitzenkräfte Schwabl, Kellner und Krapf der Tortur unterzogen wurden. "Wir Lerauer sind für das Fest in besten Händen", stellte Kappl unter dem Applaus seiner Leute fest. Die Patenschaftsurkunden wurden unterzeichnet und dann ging es im Zug in die Kammerer-Halle. "Jetzt ist die Patenschaft besiegelt und beschlossen, wenn ihr nichts dagegen habt, zapfen wir an und dann wird's begossen", leitete Kappl zur Feier über.
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