Bewahrer des Kühberg-Kleinods

Pfarrer Konrad Schornbaum (vorne, Mitte) dankte allen, die zur Restaurierung der Kapelle beigetragen haben und übergab ihnen eine kleine Anerkennung. Bilder: wku (2)

"Herzlichen Glückwunsch zu ihrer schönen Kapelle", rief Architekt Thomas Kästner den Königsteinern zu. Warum das Johanniskirchlein auf dem Kühberg etwas Besonderes ist, das verriet er beim evangelischen Gemeindeabend.

Eine umfassende Restaurierung der Kapelle war nötig, da der Putz bröckelte, Ziegel fehlten oder abgebrochen waren und auch das Glockentürmchen nicht mehr standfest war. Diplomrestaurator Sven Oehmig und Architekt Thomas Kästner berichteten über ihre Arbeit. "Die Johanniskapelle hat sich im Wandel der Zeit verändert", sagte Oehmig. Er stellte drei Bauphasen fest. Zum einen die Erbauung der Kapelle im Jahre 1927, die mit einem dunklen, braunen und rauhen Putz versehen war. Bis auf eine neue Holzdecke und den Solnhofer Plattenbelag ist der Innenraum nahezu unverändert geblieben. Sogar die Altardecke stammt noch aus dem Jahr 1927.

Gelber Anstrich

Im Jahr 1932 fand eine farbliche Umgestaltung statt. Den damaligen neuen gelben Außenanstrich wählten die Verantwortlichen nun bei der Renovierung wieder als wasserlösliche Kalkfarbe aus. Außerdem errichteten die Sanierer eine Umgehungsmauer um die Kapelle, damit man die schöne Aussicht nach allen Seiten hin genießen kann. Auch ein schmuckes Kupfervordach brachte man als Wetterschutz an.

1961 wurde das Kirchlein umgestaltet zu einer Kriegergedächtniskapelle. Die Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege gravierte man an den Seitenwänden auf Tafeln (Eichstätter Jura) ein. Zwölf eiserne Kerzenständer an den Wänden sollen an die zwölf Apostel erinnern. "Diese Kapelle ist etwas ganz Besonderes," stellte Sven Oehmig fest.

Pfarrer Konrad Schornbaum dankte allen ehrenamtlichen Helfern, die bei der Restaurierung mit anpackten, und denen, die schon Jahrzehnte davor die Kapelle gepflegt hatten.

Ein besonderer Dank galt Stefan Pirner, den der Pfarrer als "Motor der Renovierung" bezeichnete. Er lobte alle, die die Restaurierung finanzierten, allen voran die Erbengemeinschaft Bienerbauer. Auch Bürgermeister Hans Koch erwähnte er, der anlässlich seines 60. Geburtstages um Spenden für die Kapelle bat sowie den Soldaten- und Kameradschaftsverein für das Säubern der Kapelle, Georg Kolb, Hans Lehnerer und Georg Pirner, die Feuerwehr Königstein, den Bauhof und die Firma Ertl.

Kalender aufgelegt

Den Frauen, die sich um die Reinigung und den Blumenschmuck kümmern, übergab der Pfarrer als kleine Anerkennung eine Tasse, auf der die Kapelle abgebildet ist. "Die Renovierung ist unser Werk, das uns verbindet", betonte Pfarrer Schornbaum.

Die Kirchengemeinde hat einen schönen farbigen Kalender ausschließlich von der Johanniskapelle entworfen, der in den beiden Pfarrämtern angesehen und für zwölf Euro bestellt werden kann.
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