"Bienen schaffen Glück"

Der Dank an den Schutzpatron der Imker stand im Mittelpunkt der Ambrosius-Feier des Eschenbacher Imkervereins. Was wäre die Welt ohne Bienen, ohne Imker und ohne den heiligen Ambrosius? Diese Frage von Pfarrer Werner Kaspindalin zog sich wie ein roter Faden durch das Rorate-Amt und die Ambrosius-Feier.

Der Anlass war festlich und passte gut in die vorweihnachtliche Zeit: Die große Imkerfamilie Eschenbach feierte mit einem der ihren das Patronatsfest des heiligen Ambrosius. Pfarrer Werner Kaspindalin gehört zu den vielen "Naturmenschen", die dieses Erbe alter Traditionen bewahren. Seine Begrüßung in St. Jakob war deshalb kollegial und patronatsbezogen. Werkzeuge und Produkte eines Bienenzüchters schmückten die Stufen vor dem Volksaltar und erinnerten an die hehre Aufgabe, Bewahrer eines weltumspannenden Schutzes dieser Tierrasse zu sein. Bienenkorb und Bienenwabe, Kerzen aus Bienenwachs und die riesige honigfarbene Opferkerze der Züchter schmückten den Altarraum.

"Bei den Bienen können wir den Sinn des Lebens erfahren", bemerkte dann der Ortspfarrer schon zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes. Der Seelsorger erläuterte das Leben und Wirken des Kirchenlehrers und Bischofs Ambrosius, über den, so sagt die Legende, ein Bienenschwarm hergefallen sei, ohne ihn zu verletzen. Mit dieser Erzählung erinnerte sich der Prediger an die Ermunterung der Eltern, der Imkerei im Hause Kaspindalin ebenfalls zu folgen. "Bienen schaffen Glück", zitierte der Pfarrer eine Erfahrung seiner Mutter. Um der Furcht vor Bienenstichen zu begegnen, habe die Mutter immer wieder auf die viel schlimmeren Stiche menschlicher Schwächen hingewiesen.

In den Zwiegesprächen zwischen Mutter und Kind vor dem Bienenhaus habe auch immer wieder das soziale Wesen der Biene eine Rolle gespielt, verriet der Geistliche. "Die Bienen denken nie an sich und sie sammeln, dass andere nicht verhungern", nannte Kaspindalin Beispiele unerschütterlichen Gemeinschaftsgeistes im Bienenhaus. Mit ihrer Aufgabenteilung sei das Bienenvolk ein Symbol der heiligsten Dreifaltigkeit, bemerkte der Pfarrer und appellierte an die Menschheit, das überlebenswichtige Tier-Erbe zu schützen und den Idealismus der Imkerei weiter zu tragen.

An diese Begeisterung für die Bienenzucht appellierte in der anschließenden Ambrosius-Feier im Lober-Saal auch der neu gewählte Vorsitzende Anton Schönberger. Der Imkervorstand berichtete von vielen Idealisten und lobte vor allem den Mitgliederzuwachs bei den Jungimkern. "Das Interesse von 19 jungen Leuten macht Mut", bemerkte Schönberger. Genesungswünsche galten Ehrenvorstand Hans Krapf. Sein weiterer Appell an die Imkerfamilie galt der Vorbereitung des traditionellen Imkerfestes, das am 5. Mai stattfindet.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildete die Ehrung von Pfarrer Werner Kaspindalin. "Einen Menschen, der die Natur liebt", zeichnete der Imkervorstand "in dankbarer Anerkennung" mit der Ehrennadel in Gold des Bayerischen Imkerbundes aus. Mit dem Wunsch auf volle Honigeimer im kommenden Jahr begann der gemütliche Teil der Feier mit einem schmackhaften Abendessen. Um den Honigabsatz anzukurbeln, erzählte Anton Schönberger von einem überragenden Harmonieeffekt: "Honiggenuss schafft auch glückliche Ehen" und Pfarrer Werner Kaspindalin ergänzte humorvoll: "Willst du dich zu den Bienen wagen, muss dein Herz voll Reinheit schlagen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Burkhardsreuth (468)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.