"Bikeschaukel" soll die Radler locken

"Bikeschaukel" - die Auerbacher Stadträte mussten sich in ihrer Sitzung mit diesem neuen Wort erst einmal vertraut machen. Michél Giesche hatte es über sein ehrgeiziges Projekt gestellt.

Der 44-Jährige engagiert sich ehrenamtlich für das Ziel, in der Fränkischen Schweiz ein naturverträgliches Netz für Mountainbike-Fahrer zu entwickeln und warb bei den entsprechenden Gemeinden um Teilnahme und Zusammenarbeit. Auerbach stand zunächst gar nicht auf seiner Liste, doch über den Kontakt mit dem Rathaus erfuhr der passionierte Radfahrer, dass sich auch hier entsprechende Wege in die Bikerrouten einbauen lassen.

Anschauliche Präsentation

Der Erzweg und der Exkursionspfad nämlich, die sich rund um die Bergstadt schlängeln, sind auch für Radfahrer interessant. Giesche erläuterte den Stadträten nun anhand einer Präsentation sein Vorhaben. Sein Konzept mit dem Namen "Bikeschaukel" leitet er von dem Begriff Skischaukel ab, der die touristische und verkehrstechnische Verbindung von Skigebieten bezeichnet. Als Eckpunkte konnten bislang die vier Bahnhöfe in Ebermannstadt und Gräfenberg im Westen und Pegnitz und Neuhaus a.d. Pegnitz im Osten gewonnen werden. Nachdem das Auerbacher Gemeindegebiet unmittelbar an diese geplante Route angrenzt, erachtet es die Verwaltung im Wege der Tourismusförderung als unverzichtbar, sich diesem Konzept anzuschließen und wünscht die Aufnahme von geeigneten städtischen Radwegen in dieses Netz.

Genuss und Natur

Michél Giesche räumte zunächst mit den üblichen Vorbehalten gegen Mountainbiker auf. Auf dem Rad seien vor allem junge Männer und Frauen unterwegs, die Genussradeln, Naturerlebnis und körperliche Anstrengung vereinen. Es handle sich um eine teure Sportart, durchschnittlich investiere der Biker bis zu 4000 Euro in sein Gefährt. Auf Empfehlung würden immer neue interessante Touren gesucht. Diese gebe es in der Region zuhauf.

Giesche möchte eine entsprechende Beschilderung anbringen, mit Querverweisen auf Gastronomie und Sehenswürdigkeiten. "Die Nutzer sind da, sie wollen gelenkt werden". Deshalb spricht er auch von einem "interkommunalen Lenkungskonzept." Neben der Beschilderung soll auch eine geeignete Homepage online gehen, die vor allem den Nutzern der neuen Medien Informationen liefert. Kundig gemacht hat sich Giesche unter anderem auch auf dem ersten Mountainbikekongress in Bischofsgrün in diesem Jahr. Touristiker und Radspezialisten saßen dabei an einem Tisch.

Sponsor gesucht

Dr. Edmund Goß (SPD) dankte dem Radliebhaber für die anschauliche Präsentation und plädierte für die begrüßenswerte Sache. Er fragte nach den Restkosten, die auf die Gemeinden zukommen. Für die Beschilderung sucht Giesche noch nach einem Hauptsponsor, allerdings muss das Aufstellen und Instandhalten von den jeweiligen Bauhöfen übernommen werden. Er rechnet mit sechs Schildern pro Kilometer.

Herbert Appl (CSU) rechnete die Kilometer vor und kam auf 440, er wollte wissen, wie die praktische Umsetzung angedacht sei. Giesche erklärte, das man zunächst mit dem Naturpark Fränkische Schweiz in Kontakt sei, aber auch über einen eigenen Verein nachdenke. Die Überwachung der Wege sollten sogenannte Radwanderwarte übernehmen, die Pflegenotwendigkeiten melden, aber auch selbst mal Hand anlegen.

Verwaltung beauftragt

Der Stadtrat nahm anschließend einstimmig Kenntnis von der Präsentation und beauftragte die Verwaltung, sich dem Konzept "Bikeschaukel" anzuschließen.
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